logo
April 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 04 Ausgabe: Nr. 4 » April 1, 2010

Die Wiederkehr des Unumkehrbaren

April 1, 2010
Wenn Dogmen die Debatte ersetzen, die Stagnation den inneren Zerfall ankündigt und Judentum nicht mehr zugelassen wird. Der Mahnruf eines Stammesgenossen.

Von Yves Kugelmann

Judentum war Diskussion. Abraham, Isaak, Jakow und Moses traten in den Disput mit dem Ewigen. Der Talmud debattierte die Auslegung des Tenach und der Mischna, etablierte ein dialektisches Denk- und Diskussionswerk, das seinesgleichen sucht. Die zionistische Bewegung... more...

«Jede Gesellschaft hat ihre Symbole»

April 1, 2010
Moshe Halberthal ist Professor an der Hebräischen Universität in Jerusalem, wo er jüdische Philosophie unterrichtet. Mit dem aufbau spricht er über die Identität Israels als jüdischen, demokratischen Staat und mögliche Neuausrichtungen.
Interview Gisela Dachs
aufbau: Wie relevant ist das Judentum heute für Israel?
Moshe Halberthal: Sehr relevant, es gibt hier nicht nur eine Mehrheit von Juden, sondern viele orientieren sich in ihrem Leben auch am Judentum. Das ist ein wichtiger Faktor – im Guten wie im Schlechten.... more...

Jüdischer Staat oder israelischer Staat?

April 1, 2010
Welche Auswirkungen der Ausdruck «jüdischer demokratischer Staat» auf Israel und seine jüdischen und nicht jüdischen Bürger hat.
von A. B. Yehoshua
Stellen wir uns vor, dass es im Mai 1948, als Ben Gurion und seine Gefährten die Gründung des Staates Israel ausriefen, auf dessen souveränem Territorium keine einzige Person gegeben hätte, die sich nicht als jüdisch definiert hätte – keinen einzigen... more...

Wie Juden sich Gott vorstellen

April 1, 2010
Im Gegensatz zum rationalen Philosophen, der sich damit begnügen kann, die Existenz eines unergründlichen Gottes zu postulieren, ist es ein Grundbedürfnis des spirituellen Menschen, mit Gott eine lebendige Beziehung einzugehen.
Von Gabriel Strenger
Am Anfang war «or ejn sof» – grenzenloses Licht, Gott als reine, unfassbare Energie. Damit beginnt das Buch «Ez Chajim», eines der Grundwerke der lurianischen Kabbala. Gott besteht jenseits von Raum und Zeit und daher auch jenseits aller menschlichen Denkkategorien.... more...

Heimkehr

April 1, 2010
Der Begriff Familie kann dem Selbstverständnis des Judentums dienen – nicht nur im biologischen oder soziologischen, sondern auch im theologischen Sinn.
Von Rabbiner Adin Steinsaltz

DIe meisten Juden sind so weit über die Welt verstreut und so weit voneinander entfernt, dass sie kaum jemals zu einer gemeinsamen Sprache oder auch nur zu Worten finden, die ihnen das gemeinschaftliche Bewusstsein geben, dem jüdischen Volk anzugehören.... more...

Sieben jüdische Fragen

April 1, 2010
«Judentum war Diskussion» – damit stellt Chefredaktor Yves Kugelmann im Standpunkt das Thema dieser Ausgabe klar: Nicht Antworten, sondern die Suche danach erklärt die Vitalität des Judentums, das bei seinen Fragen auf einen tiefen Fundus von Lehren, Überlieferungen und historischen Erfahrungen zurückgreifen kann. Wenn Kugelmann dann erklärt, nach der Schoah und der Gründung des Staates Israel seien «Dogmen, Programme, rechte und linke Ideologien» an die Stelle der Debatte getreten, mag er pessimistisch klingen. Aber indem er die jüdische Tradition des Disputs anruft, um erneut Diskussionen anzustossen, gibt er womöglich doch der Hoffnung Ausdruck, dass sich die Debattenkultur gegen Dogmen durchsetzen kann.

Wie die weiteren Beiträge zeigen, mag die Debatte zwar vielerorts Dogmen gewichen sein. Aber in den verschiedenen Strömungen des Judentums stellen selbst etablierte Geistesgrössen wie der Jerusalemer Religionsgelehrte Adin Steinsaltz keine apodiktischen Lehrsätze in den Raum: Wenn Steinsaltz das... more...

Von Körper und Seele

April 1, 2010
Die Frage, wer heute als Jude bezeichnet werden kann, wird im Folgenden anhand der drei Beispiele der Konversion, des Reformjudentums und des Zionismus beleuchtet.
Von Emanuel Cohn
Die altbekannte Frage, ob das Judentum eine Religion oder ein Volk sei, lässt sich eigentlich schon durch die alleinige Tatsache beantworten, dass jemand als Jude definiert wird, wenn er Sohn einer jüdischen Mutter ist. Das Judentum ist also eine Ethnie, nicht bloss eine... more...
» zurück zur Auswahl