logo
April 2009, 9. Jahrgang, Ausgabe 04 Ausgabe: Nr. 4 » March 2, 2009

Eine israelische Biografie

von Alexander Alon, March 2, 2009
Ephraim Ilin, Unternehmer, Kunstmäzen und Etzel-Aktivist der ersten Stunde, wuchs in Tel Aviv auf und war an den kritischsten Punkten der Geschichte Israels als Aktivist beteiligt. Ein Gespräch mit dem 96-jährigen Pionier und Querdenker in seiner Heimatstadt.
Auf die Bitte hin, ein Stimmungsbild von Tel Aviv in den zwanziger Jahren zu beschreiben, erzählt Ephraim Ilin: «Die Abende verbrachten wir mit Singen und Tanzen, aber keine Salontänze, sondern Hora! Es war sehr volkstümlich. Ich spielte Klavier und alle Freunde sangen dazu.» Ilin wurde in... more...

Stimme der Reform-Bewegung in Washington

Interview Andreas Mink, April 7, 2009
In den USA nehmen religiöse Gemeinschaften direkt und ganz selbstverständlich Einfluss auf politische Entscheidungen. Für das Reformjudentum übernimmt diese Aufgabe das Religious Action Center of Reform Judaism (RAC) in Washington. Das RAC hat 22 Mitarbeiter und wird von Rabbiner David Saperstein geleitet. Der aufbau sprach mit Mark J. Pelavin, dem stellvertretenden Leiter des RAC, über seinen Verband, die Trennung von Religion und Staat in den USA und die Diskussion über Papst Benedikts Umgang mit der Pius-Bruderschaft. Pelavin ist Jurist und seit über 15 Jahren als Lobbyist in Washington tätig.
aufbau: Europäer wissen aus den Nachrichten, dass Staat und Religion in den USA strikt voneinander getrennt sind. Aber wenn ein Leser aus Deutschland oder der Schweiz auf die Website Ihres Lobby-Verbandes RAC in Washington schaut, wird er ausführliche Positionen und Programme für eine Fülle... more...

Die römische Initiative zum Wiederaufbau des Tempels

Von Rabbiner Mordechai Piron, April 7, 2009
Im vierten Jahrhundert unserer Zeitrechnung wurde unter Kaiser Julianus versucht, den Tempel in Jerusalem wieder aufzubauen.
Es ist eine allgemein anerkannte Tatsache, dass die Wurzeln des Christentums sowohl historisch als auch theologisch im Judentum verankert sind. Jesus von Nazareth sowie alle seine jungen Schüler und seine ihm nachfolgenden Männer und Frauen – alle waren Juden, lebten mit ihm im Lande Israel,... more...

Juden und Christen auf gutem Weg

Von Katja Behling, April 7, 2009
Nach dem Eklat um die Holocaust-Leugnung von Bischof Richard Williamson wird die Israel-Reise des Papstes mit besonderer Spannung erwartet. Sie birgt auch eine Chance für den Frieden in Nahost.
Kaum waren die ärgsten Wogen, die der Eklat um Bischof Richard Williamson zu Jahresbeginn ausgelöst hatte, geglättet, terminierte Papst Benedikt XVI. seinen bereits seit Längerem angekündigten Besuch im Heiligen Land. Vor Zehntausenden Besuchern auf dem Petersplatz in Rom sagte er am zweiten... more...

Papst spricht Juden eigenen Heilsweg ab

von Michael Meier, April 7, 2009
Die Begnadigung der Pius-Bischöfe wird fortan der Interpretationsschlüssel zum Pontifikat Benedikts XVI. sein. Der deutsche Papst, einst von nazifreundlichen Mentoren gefördert, hat den kirchlichen Antijudaismus so wenig überwunden wie die von ihm geförderte katholische Rechte.
Noch immer ist im Vatikan das Bedürfnis, sich zu erklären, gross. Die Kirchenzentrale versucht mit allen Mitteln aus der Welt zu schaffen, was sich doch nicht ungeschehen machen lässt. Pater Eberhard von Gemmingen von «Radio Vatikan» und der päpstliche Pressesprecher Federico Lombardi... more...

«Der Geist Gottes wirkt von der Basis her»

Interview Irene Armbruster, April 7, 2009
Der aufbau sprach mit dem katholischen Theologieprofessor Peter Hünermann, der Papst Benedikt XVI. wegen der Wiederaufnahme der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft Amtsmissbrauch vorwarf.
aufbau: Nach den heftigen Diskussionen der letzten Wochen scheint der Vatikan die Wiederaufnahme der vier Bischöfe der Pius-Bruderschaft als Kommunikationspanne darstellen zu wollen. Auch der offene Brief des Papstes geht in die Richtung …Peter Hünermann: Ich glaube, es war keine einfache... more...

Dialog in der Sackgasse?

April 7, 2009
Der New Yorker Rabbiner Arthur Schneier erklärt im Interview mit aufbau-Chefredaktor Yves Kugelmann: «Ein Überlebender muss ein Optimist sein.» In Österreich geboren, hat Schneier die Schoah im Budapester Ghetto überlebt. Der Rabbiner an der Park East Synagogue in Manhattan hat aufgrund seines eigenen Schicksals den Auftrag erkannt, sich für den Dialog der Religionen und Kulturen einzusetzen. Doch wie viele Gesprächspartner und Autoren dieser Ausgabe muss auch Schneier tief in das Reservoir seines Optimismus greifen, um über die jüngsten Entscheidungen des Vatikans nicht zu verzweifeln: Dass Papst Benedikt XVI. die ultrakonservative Pius-Bruderschaft eingeladen hat, in den Schoss der Kirche zurückzukehren, kommt nach Jahrzehnten der jüdisch-katholischen Annäherung als Schock gerade für die verdienten Veteranen dieses Dialogs.
Kurz vor dem Papst-Besuch in Israel nimmt die vorliegende Ausgabe die Affäre um den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson und seine Gesinnungsgenossen zum Anlass, über das christlich-jüdische Verhältnis hinaus grundlegende Fragen etwa zu Staat und Religion zu diskutieren. So erläutert... more...

«Wir sind erst am Anfang»

Von Christian M. Rutishauser, April 7, 2009
Das Verhältnis zum Judentum ist ein Testfall für die Interpretation des Zweiten Vatikanischen Konzils.
Die Aufhebung der Exkommunikation gegenüber vier Bischöfen der Pius-Bruderschaft, unter denen sich ein notorischer Holocaust-Leugner befindet, hat zu Missmut und Empörung unter vielen Katholiken geführt, wie wir es seit Langem nicht mehr erlebt haben. Über die Kirche hinaus ist Papst Benedikt... more...

Das Bekenntnis zu «Nostra Aetate»

Von Katja Behling, April 7, 2009
Durch den Holocaust-Leugner Bischof Richard Williamson lief die Kirche Gefahr, hinter die im Zweiten Vatikanischen Konzil erzielten Errungenschaften zurückzufallen. Doch das christlich-jüdische Verhältnis hat sich als belastbar erwiesen.
Knapp zwei Jahrzehnte nach dem Holocaust leitete die Kirche auf dem Zweiten Vatikanischen Konzil – einer Reihe von Zusammenkünften von Bischöfen und anderen religiösen Würdenträgern – ab 1962 grundlegende Reformen ein, die das christlich-jüdische Verhältnis neu definierten, den... more...

Brüder zwischen Liebe und Hass

Interview Yves Kugelmann, April 7, 2009
Ein Jahr vor seinem Tod, im November 2005, sprach Kardinal Jean-Marie Lustiger im aufbau-Interview über den Bruderstreit zwischen Christen und Juden und «Nostra Aetate». Aus aktuellem Anlass wird der Text gekürzt hier wiedergegeben.
Aufbau: Papst Benedikt XVI. hat im Zusammenhang mit dem Verhältnis zwischen Katholiken und Juden wiederholt von «grösseren Brüdern» gesprochen. Sehen Sie in der Bruderschaft zwischen Christen und Juden die Ursache für Jahrhunderte von Hass und Verfolgung?Kardinal Jean-Marie Lustiger: Ja,... more...

Kabarett, Kino, Kloster

Von Katja Behling, April 7, 2009
Im Jahre 1938 traf die 19-jährige Isa Vermehren, die gerade durch ihre Auftritte im politisch-literarischen Kabarett «Die Katakombe» einige Bekanntheit als Künstlerin erlangt hatte, eine Entscheidung, die ihr gesamtes weiteres Leben unter neue Vorzeichen stellte: Sie konvertierte zum Katholizismus – und fühlte sich in den folgenden Jahren unter dem Eindruck des Krieges und der Nazi-Politik in ihrem Entschluss bekräftigt.
Im Jahre 1938 traf die 19-jährige Isa Vermehren, die gerade durch ihre Auftritte im politisch-literarischen Kabarett «Die Katakombe» einige Bekanntheit als Künstlerin erlangt hatte, eine Entscheidung, die ihr gesamtes weiteres Leben unter neue Vorzeichen stellte: Sie konvertierte zum... more...

«Je mehr Dialog, desto mehr Respekt»

Interview Yves Kugelmann, April 7, 2009
Seit 40 Jahren gehört Rabbiner Arthur Schneier mit seiner Appeal of Conscience Foundation zu den führenden jüdischen Persönlichkeiten im interreligiösen Dialog. Im Februar besuchte er als erster jüdischer Vertreter den Papst nach der Williamson-Kontroverse. Ein Gespräch über Sinn und Grenzen des Dialogs, den Vatikan und theologische Differenzen zwischen den Religionen.
aufbau: Der lange Jahre geführte Dialog zwischen Judentum und Christentum scheint durch die Kontroverse um die De-facto-Rehabilitierung der Pius¬Bruderschaft durch Papst Benedikt XVI. unterbrochen. Was können Sie nach Ihrem Besuch beim Papst dazu sagen?Rabbiner Arthur Schneier: Die Nachricht von... more...
» zurück zur Auswahl