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9. Dezember 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 12 Ausgabe: Nr. 12 » December 8, 2008

Tagebuch der Zeitgeschichte

December 8, 2008
Der aufbau ist vor 75 Jahren aus den Bedürfnissen von Menschen im Würgegriff einer historischen Katastrophe entstanden. Indem sie sich eine deutschsprachige Zeitung schufen, hielten die deutsch-jüdischen Flüchtlinge in New York an ihrer kulturellen Heimat in Zeiten der Heimatlosigkeit fest. Gleichzeitig verstand sich der aufbau ganz explizit als Instrument, das seinen Lesern bei der Beheimatung in den USA helfen sollte.
Wer durch Ausgaben aus den Kriegsjahren blättert, kann die Diskussionen über die Eingliederung in die von vielen verschmähte amerikanische Massenkultur nachvollziehen. Aber die Redakteure und Kolumnisten erklärten immer wieder, dass es auch nach Hitlers Ende keine Rückkehr nach Deutschland... more...

Bericht von der Front

December 8, 2008
Wilfred C. Hulse nahm am Zweiten Weltkrieg als Militärarzt im Rang eines Hauptmanns teil. Kurz nach dem D-Day landete er mit den amerikanischen Truppen in Frankreich und machte den Einmarsch durch Belgien nach Deutschland mit. Sein Bericht an den aufbau schildert die ersten Augenblicke seiner... more...

David Black: Leben und Werk

December 11, 2008

David Black kann auf eine aussergewöhnliche Vita zurückschauen. Er ist an der Upper East Side Manhattans als Sohn eines bekannten Reformpädagogen mit russisch-jüdischen Wurzeln aufgewachsen. Seine Mutter stammt aus einer alten deutsch-jüdischen Bankiersfamilie. Black zeigte früh... more...

Was bleibt von der deutsch-jüdischen Emigration?

Von Walter Laqueur, December 8, 2008
Während das Interesse am Vermächtnis des deutschen Judentums eher zu- als abnimmt, fehlt nachgeborenen Forschern häufig das Einfühlungsvermögen, um die Vielfältigkeit dieser traditionsreichen Gemeinschaft zu erfassen.
Vor 75 Jahren erschienen die ersten Hefte des aufbau, und kurz davor war die erste Welle jüdischer Emigranten im Hafen von New York, Jaffa und den englischen Kanalhäfen gelandet. Sie wurden bekanntlich nicht mit offenen Armen aufgenommen und sehr wenige Zeitgenossen waren an ihnen interessiert –... more...

Die Geister des Hauses

Von Ines Wenzel, December 8, 2008
Die Chefredakteure Manfred George und Hans Steinitz prägten den aufbau in der Tradition eines berlinischen Journalismus.
Unser aller Tagebuch», hat Hans Habe die Bedeutung des aufbau umschrieben. Und so ist der aufbau die Geschichte seiner Leser und Macher, seiner Mitarbeiter und Autoren – und seiner Chefredakteure, die dem Blatt im Rahmen der jeweiligen Möglichkeiten ihren Stempel aufdrückten. Zwei... more...

Mit einem Fuss in Deutschland

Von Wilfred C. Hulse, December 8, 2008
Am 12. Januar 1945 erinnert sich der Militärarzt Wilfred C. Hulse im aufbau an seine erste Wiederbegegnung mit Deutschland.
Wer von uns, die Nazi-Deutschland verlassen haben, hat nicht schon einmal davon geträumt, wie es sein würde, wenn er einmal zurückkommen würde? Voll Bitterkeit und Rache waren solche Gedanken; ausserdem hatte man sich in das neue Leben so völlig eingeordnet, dass für Sentiments kaum Raum... more...

Mein Besuch in Tunis

von David Black, December 8, 2008
Der New Yorker Künstler David Black berichtet von seinem Aufenthalt in Tunesien, wo er auf Einladung der amerikanischen Botschaft mit einheimischen Malern zusammentraf. Über alle kulturellen Schranken hinweg entdecken Black und seine Kollegen tiefe Gemeinsamkeiten.
27. November 2006
Die Abteilung für Kunst in US-Botschaften beim Aussenministerium in Washington ruft bei mir an. Robert Godec, der neue Botschafter in Tunesien, und seine Frau Lori Magnusson wollen vier meiner Arbeiten in ihrer Residenz in Tunis aufhängen. Ich gehöre einer Gruppe von... more...

Was bleibt von der deutsch-jüdischen Emigration?

Von Walter Laqueur, December 8, 2008
Während das Interesse am Vermächtnis des deutschen Judentums eher zu- als abnimmt, fehlt nachgeborenen Forschern häufig das Einfühlungsvermögen, um die Vielfältigkeit dieser traditionsreichen Gemeinschaft zu erfassen.
Vor 75 Jahren erschienen die ersten Hefte des aufbau, und kurz davor war die erste Welle jüdischer Emigranten im Hafen von New York, Jaffa und den englischen Kanalhäfen gelandet. Sie wurden bekanntlich nicht mit offenen Armen aufgenommen und sehr wenige Zeitgenossen waren an ihnen interessiert –... more...

Metropole der Zeitungen

Von Monica Strauss, December 8, 2008
Im Schmelztiegel New York boomt die Immigrantenpresse.
Auch die «ethnic papers» von New York kannten in der ersten Novemberwoche nur ein Thema: den Wahlsieg von Barack Obama. «Ethnic papers», das sind die zahlreichen, von und für Immigrantengemeinschaften publizierten Zeitungen, zu denen in New York einst auch der aufbau gehörte. Wie es sich... more...

Wie ein Blitz in der Nacht

Von Manfred George, December 8, 2008
Der damalige aufbau-Chefredakteur Manfred George beschrieb am 5. Dezember 1947 seine Freude über den im Entstehen begriffenen Staat Israel.
Das Wunder des neuen jüdischen Staates ist die Bestätigung eines anderen Wunders: dass ein Volk so lange darauf harren und hoffen konnte wie das jüdische Volk. Das jüdische Volk ist ein wunderbares Volk.Das klingt so leicht und bombastisch dahingeschrieben. Ach, wie viele Glieder dieses Volkes... more...

Moses und Washington

Von Hannah Arendt, December 8, 2008
In ihrem ersten Beitrag für die Kolumne «This Means You» setzte sich Hannah Arendt am 27. März 1942 kritisch mit dem Reformjudentum auseinander.
Es ist verzweifelt lange her, seit Moses die Kinder Israels aus dem Lande Ägypten herausführte, aus dem Hause der Knechtschaft. Selbst das berühmte Gedächtnis der Juden, das Gedächtnis des antiken Volkes, das an seinen Gründungslegenden festhält, beginnt zu erlahmen. Auch antike Völker... more...

«Vater, Mutter und Kindermädchen»

Von Valerie Doepgen, December 8, 2008
In den Jahren 1933 bis 1945 flüchteten etwa 135 000 deutsche und österreichische Juden in die Vereinigten Staaten. Die damalige Immigrantenzeitung aufbau spielte im Leben der Flüchtlinge eine zentrale Rolle und unterstützte sie in beachtlicher Weise bei ihrer Akkulturation und der Amerikanisierung in ihrer neuen Heimat. Ein historischer Rückblick.
Nach der Ankunft glaubte nur eine Minderheit der deutschen und österreichischen Flüchtlinge, die zwischen 1933 und 1945 in die USA kamen, an eine baldige Rückkehr in ihre Heimat. Den Menschen war klar, dass die Flucht für sie Emigration und nicht Exil bedeuten würde. Daher versuchten sich die... more...

Kein arbeitsloser Kriegsfotograf

Von Ludwig Wronkow, December 8, 2008
Am 4. Juni 1954 erinnert sich Ludwig Wronkow im aufbau an Robert Capa, der kurz zuvor in Indochina umgekommen ist.

Es war in den ersten Monaten unserer Emigration aus Deutschland. Im Jahre 1933. Wir sassen im Café du Dóme auf dem Montparnasse und warteten. Worauf, wussten wir nicht genau. Wir hatten wenig zu tun und deshalb auch wenig Geld. Da bekam ich von Fritz Drach, den die Nazis später ermordeten und der... more...

Kolumne «Das geht dich an»

December 11, 2008
Dieser Beitrag war der Start für Hannah Arendts zweiwöchentliche Kolumne «This Means You»  in der aufbau-Beilage «Jüdische Welt». Der Kolumnentitel entstammt der Parole, mit der die Demokraten im Bürgerkrieg Soldaten gegen die Südstaatler rekrutierten. Während Arendt in ihren Artikeln... more...

«Macht und Güte»

Von Thomas Mann, December 8, 2008
Einer der bedeutendsten aufbau-Beiträge Thomas Manns war sein Nachruf auf Franklin Delano Roosevelt. Er erschien in der Nummer vom 20. April 1945.
Er hatte die Liebenswürdigkeit, den gewinnenden Zauber Cäsars. Er hatte auch sein Glück. Seine Grösse selbst hatte viel Verwandtschaft mit der des Römers. Wie dieser war er Aristokrat, ein Kind des Reichtums und ein Freund des Volkes, der Hort des kleinen Mannes. Und wie Cäsar den römischen... more...

Rückkehr in ein fremdes Land

Von Wilfried Weinke, December 8, 2008
Über die Bedeutung der Remigranten für Deutschland nach 1945 wurde erst in den neunziger Jahren geforscht.
Ein Rückkehrer der ersten Stunde war Klaus Mann. Als Sonderkorrespondent der Armeezeitung «Stars and Stripes» bereiste er das befreite Deutschland. Schon im Mai 1945 schrieb er an seinen Vater: «Die Zustände sind hier zu traurig. Alle Deine Bemühungen, sie zu verbessern, wären hoffnungslos... more...

Fritz Stern über Bildung als Chance «Obama versteht die amerikanische Tradition»

Interview Andreas Mink, December 8, 2008
Fritz Stern über die höhere Bildung in den USA, die gesellschaftlichen Aussenseitern die Möglichkeit eröffnet, bis ins Weisse Haus aufzusteigen.
Der 1926 in Breslau geborene Historiker Fritz Stern ist Barack Obama nicht begegnet, als dieser Anfang der achtziger Jahre für einige Semester an der Columbia University im Norden Manhattans studierte. Stern ist der Institution seit seinem 17. Lebensjahr verbunden – zunächst als Student, der... more...

Bericht von der Front

December 8, 2008
Wilfred C. Hulse nahm am Zweiten Weltkrieg als Militärarzt im Rang eines Hauptmanns teil. Kurz nach dem D-Day landete er mit den amerikanischen Truppen in Frankreich und machte den Einmarsch durch Belgien nach Deutschland mit. Sein Bericht an den aufbau schildert die ersten Augenblicke seiner... more...

Bericht von der Front

December 11, 2008
Wilfred C. Hulse nahm am Zweiten Weltkrieg als Militärarzt im Rang eines Hauptmanns teil. Kurz nach dem D-Day landete er mit den amerikanischen Truppen in Frankreich und machte den Einmarsch durch Belgien nach Deutschland mit. Sein Bericht an den aufbau schildert die ersten Augenblicke seiner... more...

Unser Weg geht weiter

Von Franz Werfel, December 8, 2008
Am 17. Dezember 1940 schrieb der Schriftsteller Franz Werfel im aufbau über die in Europa wütende Verfolgung der Juden. Das systematische Morden hat da noch nicht begonnen ...
Es ist nicht leicht für mich, über das zu sprechen, was brennt wie Feuer. Ich bin nur einer von jenen Hunderttausenden, welche das betäubende Schicksal unseres Stammes an sich selbst erlitten haben, einer von jenen Unzähligen, denen ihr früheres Leben in schmerzlichen Nebel sich aufgelöst hat,... more...

Menschen unter Verdacht

Von Andreas Mink, December 8, 2008
Bei einem Spaziergang durch das Viertel Bay Ridge in Brooklyn spricht der ägyptische Literat Moustafa Bayoumi über die Lebensumstände junger Amerikaner arabischer Herkunft. Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 sind sie eine ausgegrenzte Minderheit, doch sie haben ihren Glauben an Amerika nicht verloren.
Über dem Eingang von «Nablus Sweets» kündet ein Banner in den amerikanischen Nationalfarben Rot, Weiss und Blau noch von der «grossen Eröffnung» im Oktober. Doch Moustafa Bayoumi steuert den Zuckerbäcker an der Fifth Avenue in Bay Ridge nicht der exzellenten Knafe oder Baklawa wegen an. Er... more...
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