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7. Mai 2008, 8. Jahrgang, Ausgabe 5 Ausgabe: Nr. 5 » May 7, 2008

Altneuland

May 7, 2008
«Wenn Ihr wollt, ist es kein Märchen» – die berühmten
Worte, mit denen Theodor Herzl seine Vision eines jüdischen Staates verkündete,
erweisen sich in verblüffender Vieldeutigkeit als roter Faden dieser Ausgabe
zum 60. Jahrestag der Gründung Israels. Herzls Worte... more...

Verändert hat sich wenig

Nir Baram, May 7, 2008
Ist der Anspruch auf ein jüdisch-nationales Israel heute noch zeitgemäss? Der erfolgreiche israelische Autor Nir Baram wirft einen kritischen Blick auf die Gesellschaft, in der er lebt und schreibt.

Von Nir Baram
In der Regel gilt die Unabhängigkeit des Intellektuellen als zentraler
Bestandteil seiner Substanz. Politiker denken in Abständen. Sind sie an
der Macht, beschäftigen sie sich mit Dynamik, Kreativität und Überleben.
Werden sie aber in die Wüste... more...

Israel ist nicht die Titanic

Tom Segev, May 7, 2008
Der israelische Historiker und Publizist Tom Segev teilt die Sorge vieler Landsleute um die Zukunft Israels: Dazu geben ihm die Konflikte mit den Nachbarn und den Palästinensern sowie der Verlust von Idealismus und innerem Zusammenhalt Anlass. Dennoch hält Segev sein Land für vital genug, diese Herausforderungen zu überwinden.

Von Tom Segev
Als ich Anfang der achtziger Jahre damit begann, die Geschichte der ersten
Israeli zu schreiben, stellte sich bei mir bald das Gefühl ein, durch dieses
Projekt meine späte Geburt – ich war 1949 erst drei Jahre alt –
kompensieren zu wollen. Über... more...

Alpträume und Hoffnungen

Elie Wiesel, May 7, 2008
Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel lebt zwar nicht in Israel, aber ohne Israel könnte er als Jude nicht existieren, sagt er.

Von Elie Wiesel
Für das jüdische Kind in mir stellt Israel einen unwiderstehlichen
Appell zu hoffen dar und Jerusalem ist mir ein machtvolles Liebeslied. Als Kind
bin ich oft durch die Strassen meiner rumänischen Kleinstadt tief in den
Karpaten gegangen und habe... more...

«Heute gibt es keine Ideologie mehr»

Gisela Dachs, May 7, 2008
Der israelische Autor Aharon Appelfeld spricht über Kindheit, Entwurzelung und Identität sowie über die Metamorphose der israelischen Gesellschaft.

Interview: Gisela Dachs
aufbau Israel feiert im Mai seinen 60. Geburtstag. Was
empfinden Sie dabei?
Aharon Appelfeld: Ich richte mein Leben nicht nach Daten aus,
nicht 50 Jahre Israel oder 60 oder 70 Jahre. Ich lebe jeden Tag, jede Woche.

Dennoch war... more...

Disraelia – eine imaginäre Erfolgsgeschichte

Adreas Mink, May 7, 2008
Zum 60. Jahrestag der Staatsgründung Israels betätigt sich Walter Laqueur, der Historiker des Zionismus, als «Counter Historian»: Für die «Middle East Papers» der Harvard University entwirft er die Geschichte von «Disraelia». 1848 gegründet, zählt das imaginäre Staatswesen heute 60 Millionen Einwohner, verfügt über Öl ebenso wie Atomwaffen und wirkt zwischen Mittelmeer und Iran als Wachstumsmotor und ausgleichende Kraft.

Von Adreas Mink
Die Stimmen aus der Vergangenheit sind bekannt und ihre Worte klingen vertraut.
Da schildert der Geschichtswissenschaftler Heinrich Graetz (1817–1891)
die schwierige Situation der europäischen Juden nach dem Fall der Ghetto-Mauern,
und der junge... more...

Das schwierige Ringen um die Legitimität

A. B. Yehoshua., May 7, 2008
Israel versucht bis heute, die Legitimität seines Existenzrechts darzulegen und die Palästinenser kämpfen dagegen an. Die einzig wahre Lösung wären zwei Staaten für zwei Völker, sagt der israelische Schriftsteller A. B. Yehoshua.

Von A. B. Yehoshua.
Sechzig gilt nicht als besonders symbolträchtige oder feierliche Anzahl
von Jahren wie zum Beispiel die 50, die wir als Jubeljahr oder Jubiläum
bezeichnen, oder das Jahrhundert. Selbst ein Jahrzehnt gilt als denkwürdiger
denn 60. Und doch... more...

Bleibende Werte für uns und die ganze Welt

Lizzie Doron, May 7, 2008
Einst fühlten sich Israels Pioniere wie Helden und wollten sein wie Trumpeldor. Mit den Jahrzehnten haben die Visionen und Träume ein paar Risse bekommen.

Von Lizzie Doron
Masal tow, du bist 60 Jahre alt. Du bist unter schwierigen Umständen
in Tagen des Tohuwabohu zur Welt gekommen, trotzdem aber als Versprechen für
eine bessere Zukunft.
Im Vertrag zwischen dem Volk und seinem Land liest man unter anderem:
In... more...

Vieles anders, aber doch vertraut

Fania Oz-Salzberger, May 7, 2008
Grosse Träume werden, wie der Zionismus eindringlich gezeigt hat, wahr, aber nie ganz so, wie sie geträumt wurden.

Wenn sich die einstigen zionistischen Träumer heute auf Israelreise
begeben würden. Der springende Punkt, wie Marx ihn sah, ist, dass Träume
niemals wahr werden.» Hannah Arendt
«Träume keine kleinen Träume, denn sie haben nicht die
Kraft, die Herzen der... more...

Keine Heiligen und keine Bösewichte

Eli Amir, May 7, 2008
Es gibt vieles, was an Israels Politik und Gesellschaft bemängelt werden kann. Aber dennoch ist das Land die Heimat des jüdischen Volkes. Daran gibt es nichts zu rütteln.

Von Eli Amir
Sechzig Jahre nach seiner Gründung ist Israel immer noch in seiner Existenz
bedroht – durch Iran und seine Verbündeten Syrien, die fundamentalistische
Hizbollah in Libanon und die Hamas im Gazastreifen. Städte und Siedlungen
an der Gazagrenze bis... more...
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