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Alles von Ayurveda bis Nabucco

Jacques Ungar, March 25, 2010
Das Tote Meer bietet den Touristen viel mehr als nur gute Luft und viel Sonne: Jeepfahrten, Oasen mit reicher Vegetation, Sport, Kultur und Wellness und vor allem: Erholung und Entspannung. Ein Augenschein.
ÖKOLOGISCH Eines der zehn «grünen» Häuser im Feriendorf Almog

Eine Gesamtfläche von 2,4 Millionen Dunam (ein Dunam sind 1000 Quadratmeter) umfassen die Regionen Tamar und Megilot am südlichen und nördlichen Toten Meer. Trotz der beachtlichen Dimensionen zählt man in diesem Gebiet am tiefsten Punkt der Erde nur gerade zwölf Ortschaften mit total 2300 Einwohnern. Extreme Klimaverhältnisse sind eben nicht jedermanns Sache; die Suche nach Pionieren gestaltet sich schwieriger denn je. Dabei hat die Gegend des Toten Meeres weit mehr zu bieten als nur Salz, den Pottaschegiganten Dead Sea Works oder Sturzfluten in den Wadis zur Regensaison. Davon legen die 15 Fünf-Sterne-Hotels mit total 4000 Zimmern, 6000 Angestellten und einer Belegrate von durchschnittlich rund 80 Prozent ein beredtes Zeugnis ab. Touristen, die sich für Ferien am Toten Meer entscheiden – im Jahr rund 1,2 Millionen, von ihnen 60 Prozent Ausländer –, können zunehmend auch aus einem wachsenden Angebot privater Ferienzimmer von unterschiedlich luxuriöser Einrichtung, vor allem am südlichen Toten Meer, auswählen.

«Nabucco» bei Masada

Neben dem wegen der extrem mineralhaltigen Luft bekannten gesunden Klima lockt die Gäste heute eine immer längere Liste von Freizeitbeschäftigungen, wie der Halb-Marathon von Ein Gedi, Fahrradtouren entlang des Meeres, das Tamar-Festival an Chol Hamoed Sukkot, das während fünf Tagen rund 30 000 Gäste anlockt, oder Jeep-fahrten von unterschiedlicher Dauer, etwa durch Nachal David, auf den Sdom-Berg oder auf die sich rund 300 Meter über dem Toten Meer emporschwingenden Klippen von Metzoke Dragot. An vielen dieser Orte gibt es geführte Wanderungen, das beliebte Snappling (Abseilen am Berg), aber auch Übernachten in freier Natur oder in Feldschulen. Erwähnenswert ist auch die
Oase Einot Zukim am nördlichen Toten Meer mit einer Flora, wie sie in ihrer Üppigkeit in diesem Teil der Welt nicht unbedingt zu erwarten ist. Auch für Vogelbeobachter ist die Oase je nach Saison ein echtes Paradies. Ein besonderer Leckerbissen für Opernfreunde sind sicherlich die vom 3. bis 5. Juni zu Füssen der Festung Masada stattfindenden Aufführungen von Verdis «Nabucco», eine Gemeinschaftsproduktion der Israel Opera, der Mailänder Scala und der zuständigen regionalen und nationalen israelischen Tourismusstellen. Bereits jetzt haben 69 TV-Stationen Übertragungsrechte erworben.

Grosse Zukunftspläne

Eine Beschreibung des touristischen Angebots am Toten Meer wäre unvollständig ohne die Erwähnung der immer zentraler werdenden Spa-Massagen. Jedes Hotel, das etwas auf sich hält, offeriert eine breite Palette aus dem schier unerschöpflichen Fundus an medizinischen und Entspannungsmassagen (vgl. Kasten). Die Preise können stark variieren. Vor dem Hintergrund dieser vielfältigen Entwicklungsmöglichkeiten wundert es nicht, dass Ofra Gazit von der Tourismusabteilung des Regionalrats Tamar sich mit grossen Zukunftsplänen beschäftigt: «In den kommenden fünf bis sieben Jahren wollen wir mindestens fünf neue Hotels errichten und das Zimmerangebot verdoppeln. Auch an einen Ausbau des Flugplatzes Masada wird gedacht.» Wer Israel kennt, der weiss, dass auch noch so lohnende Projekte eine lange bürokratische Durststrecke durchlaufen müssen, bevor sie sich ganz oder teilweise realisieren lassen. Inzwischen tun die Ortschaften am Toten Meer gut daran, sich auf den Ausbau der biologischen Landwirtschaft zu konzentrieren und die wachsende ausländische Nachfrage nach
Peperoni, Cherry-Tomaten, grünen Spargeln, Feigen und Datteln zu befriedigen.

www.nabuccoatmasada.com







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