Original
In der Nacht auf Montag, 9. Januar, starb 63-jährig völlig überraschend der Schauspieler Towje Kleiner. Zwischen seinem ersten «Tatort» (1973) und der Pumuckl-Kinderserie Ende der neunziger Jahre spannte sich seine 30-jährige Karriere als Filmoriginal. Ob als Luftmensch Achmed in den «Münchener Geschichten» (1973), ob als geschiedener, frisch verliebter Journalist in der Serie «Der ganz normale Wahnsinn», ob als quirliger Autor in «Der Sonne entgegen» oder als Traumhausgewinner in «Wenn das die Nachbarn wüssten», eigentlich verkörperte Kleiner immer sich selbst: nervös, chaotisch, schlagfertig, warmherzig, voll absurden Humors. Er war «a mentsch» im besten Sinne des Wortes, sein Witz und seine Freundlichkeit waren legendär. Wen wundert’s, dass Kleiner sich seit dem Aufkommen schriller Comedy-Shows, für die man ihn vergeblich umwarb, zurückzog. 1948 geboren als Sohn jüdischer Eltern, die den Holocaust überlebten, wuchs Kleiner in Israel, Schweden, Kanada, England, Argentinien und Deutschland auf. Er gab sein Bühnendebüt 1967 am Yiddish Theatre in Israel, wo er bis 1969 tätig war.


