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6. Januar 2012, 12. Jahrgang, Ausgabe 1 Ausgabe: Nr. 1 » January 6, 2012
Veruntreuungsverdacht

Strafuntersuchung eingestellt

Von Andreas Schneitter, January 6, 2012
Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ermittelte gegen Daniel Rothschild in einem anderen Zusammenhang als ursprünglich gegenüber der Öffentlichkeit bekanntgegeben worden war. Das Verfahren wurde allerdings inzwischen wieder eingestellt.

Die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt (StaWa) hat die Ermittlungen gegen Daniel Rothschild, bis vor Kurzem Ratsmitglied der Stiftung für Jüdische Studien und Geschäftsleitungsmitglied des Schweizerischen Israelitischen Gemeindebundes (SIG), eingestellt. Er soll bei der Stiftung für Jüdische Studien Geld für eigene Zwecke abgezweigt haben. Der volle Betrag wurde mittlerweile wieder zurückerstattet (vgl. tachles 52/11). Die StaWa ermittelte gegen ihn allerdings in einem anderen Zusammenhang, der Kläger, eine Privatperson, hat jedoch eine Desinteressenserklärung abgegeben. Das Verfahren wurde «mangels Beweisen des Tatbestandes» eingestellt, sagt StaWa-Sprecher Markus Melzl. Er bedauert, gegenüber den Medien zwei Fälle verwechselt zu haben. «Es gab bisher keine Ermittlung zu Herrn Rothschilds Tätigkeiten in der Stiftung für Jüdische Studien oder im SIG.» Da es sich beim Verdacht auf Veruntreuung um ein mögliches Offizialdelikt handle, könne man jedoch nicht ausschliessen, dass die StaWa doch noch ermittle. «In solchen Fällen warten wir ab, ob die Organisationen kundtun, dass sie an einer Strafuntersuchung interessiert seien.»
Das ist bisher nicht der Fall. Ekkehard Stegemann, Präsident der Stiftung für Jüdische Studien, wird dem Stiftungsvorstand im Verlauf des Monats die Frage nach einer externen Untersuchung vorlegen. Beim SIG laufen die internen Untersuchungen in Zusammenarbeit mit einer externen Revisionsfirma zu Rothschilds Amtszeit als Kassier. Solange mauert man sich ein: Auf das Anraten von André Bollag, Co-Präsident der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich, der grössten jüdischen Gemeinde der Schweiz, den Beizug eines externen, unabhängigen und objektiven Gremiums für die Untersuchung zumindest eingehend zu prüfen, ist der SIG vorerst nicht eingegangen. Und weitere Resultate werden vorerst nicht mitgeteilt: «Die Ergebnisse werden die zuständigen Gremien nach Abschluss der Untersuchungen kommunizieren», sagt SIG-Präsident Herbert Winter. Wann das sei, ist offen.





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