Rekrutiert der Mossad iranische Dissidente?
Mit der Ermordung des iranischen Nuklear-Professors Mostafa Ahmadi Roshan, 32, am Dienstag in Teheran ist die Zahl der Akademiker, die im Zusammenhang mit der iranischen Atomrüstung gestanden hatten, in den letzten zwei Jahren auf vier gestiegen. Wie in den vorherigen Fällen waren Teheraner Offizielle auch jetzt rasch zur Stelle, um die Verantwortung für die Anschläge dem israelischen Mossad-Geheimdienst in die Schuhe zu schieben. In Israel dagegen waren die Reaktionen am Mittwoch nichtssagend wie immer in diesen Angelegenheiten. Man habe nichts zu tun mit der Sache, hiess es, doch würde man dem Professor auch keine Träne nachweinen. – Die französische Zeitung «Le Figaro» war vor dem Hintergrund des jüngsten Attentats von Teheran brandaktuell mit ihrer Meldung, Agenten des Mossads würden in der kurdischen Region in Irak iranische Dissidente rekrutieren und ausbilden, damit sie dann gegen Angehörige des Teheraner Regimes eingesetzt werden können. Unter Berufung auf Sicherheitskreise in Bagdad schreibt «Le Figaro», der israelische Geheimdienst würde aktiv in Kurdistan operieren und Exil-Iraner in der Region rekrutieren. Ausländische Medien berichteten in der Vergangenheit davon, dass der Mossad gegen das iranische Regime eingestellte Iraner rekrutieren und sie zur Verübung von Bombenattentaten ausbilden würde. [JU]


