Assad bleibt stur
In einer extrem langen Rede dementierte der syrische Präsident Bashar Assad am Dienstag alle Rücktrittsgerüchte und meinte, er geniesse trotz des nun zehn Monate dauernden Aufstands der Massen immer noch die Unterstützung seines Volkes. Assad griff auch die Arabische Liga an, der er vorwarf, nicht in der Lage zu sein, arabische Interessen zu beschützen. Seitdem die Liga Mitte Dezember 165 Beobachter im Bestreben nach Syrien delegiert hatte, zu kontrollieren, ob das Regime Assad sich an eine ausgehandelte Beendigung der Kampfhandlungen hält, haben nach Angaben von Oppositionskreisen Assads Truppen rund 400 Menschen erschossen. Insgesamt haben die Auseinandersetzungen schon über 5000 Opfer gefordert, mindestens 36 von ihnen alleine am Dienstag. Dessen ungeachtet versicherte der syrische Präsident, er werde bald den Sieg verkünden. – Der türkische Premierminister Tayyip Erdogan warnt vor einem Bürgerkrieg im syrischen Nachbarland und meint, die Türkei, die mit Syrien eine 900 Kilometer lange Grenze teilt, solle bei der Verhinderung dieser Gefahr eine führende Rolle spielen, da die gegenwärtige Lage eine Bedrohung für die Türkei darstelle. «Die Situation in Syrien», meinte Erdogan an einer Pressekonferenz, «steuert auf einen Religions-, Sekten- und rassistischen Krieg zu, und das muss verhindert werden.» Der türkische Premier, der seinen ehemaligen Freund Assad schon mehrere Male zum Rücktritt aufgefordert hat, enthüllte aber nicht, was sein Land tun werde, um den Ausbruch eines Bürgerkriegs in Syrien zu verhindern. [JU]


