Der Kulturkrieg tobt
Im Hinblick auf die für heute Dienstag in der Stadt Beit Shemesh geplanten Demonstration tausender säkularer israelischer Bürger gegen die, wie sie sagen, zunehmende Diktatur der Ultra-Orthodoxie sind hunderte von Sicherheitskräfte aufgeboten worden, um die verfeindeten Lager nach Möglichkeit zu trennen. Angesichts der Zusammenstösse vom Sonntag und Montag muss allerdings das Schlimmste befürchtet werden. Die Fanatiker in Beit Shemesh gingen vor allem gegen Vertreter der Medien mit Eiern und Steinen vor, sowie mit Beschimpfungen wie «Mörder» und «Nazis». Objekte des Konflikts sind unter anderem die Forderung nach Autobuslinien, auf denen die Geschlechtertrennung eingehalten wird, das ständige Anbringen und Entfernen von Schildern in den Strassen von Beit Shemesh, in denen Frauen die Benutzung gewisser Trottoirs zu gewissen Zeiten schlichtweg verboten wird, und das Bespucken von Angehörigen des weiblichen Geschlechts (bis hin zu achtjährigen Mädchen!), die sich dieser Anordnung widersetzen. Die Polizei hat am Montag mit der Verhaftung besonders rabiater Fanatiker begonnen. Diese werden von nicht weniger extremen Rabbinern systematisch mit der Anweisung aufgehetzt, ja nicht nachzugeben und auf der Durchsetzung der Geschlechtertrennung zu bestehen, die in dieser rigorosen Form keine Verankerung in der Halacha (jüdischer Religionsgesetzgebung) kennt. Der Kampf drehe sich um das «jüdische Haus», betonen die Rabbiner. [JU]


