Obama begeistert Reform-Versammlung
Die Thora war sein Stab und Israel sein Leitstern, als US-Präsident Barack Obama am Freitag an der Jahresversammlung der amerikanischen Reformbewegung in National Harbor, Maryland, auftrat. Zu Beginn seiner mehrfach von stehenden Ovationen unterbrochenen Rede erzählte Obama von den Bar und Bat Mitzwah-Feiern von Mitschülern, an denen seine Tochter Malia in jüngster Zeit teilgenommen habe. Davon will der Präsident gelernt haben, Ansprachen stets mit einem Bezug auf den Thora-Abschnitt der jeweiligen Woche zu beginnen. Er folgte diesem Prinzip mit Worten über Joseph und seine Brüder, die ihn zu einer Würdigung des langjährigen Reform-Engagements für soziale Gerechtigkeit führte. Dies habe zum Erfolg der Bürgerrechtsbewegung in den 1960er Jahren beigetragen, der sich Obama selbst verpflichtet fühlt.
Der Präsident blieb in der Heimatregion der biblischen Figuren, als er einmal mehr seine unverbrüchliche Solidarität mit Israel beteuerte. Seine Regierung habe den jüdischen Staat diplomatisch und militärisch stärker unterstützt, als seine Vorgänger, so Obama. Damit betrieb der Präsident Wahlkampf in eigener Sache, werfen ihm seine republikanischen Konkurrenten doch Verrat an Israel und Schwäche dem Iran gegenüber vor. Doch Obama beteuerte, er werde weiter für eine Zweistaatenlösung des Palästina-Konfliktes arbeiten und mit allen Mitteln verhindern, dass der Iran ein nukleares Arsenal entwickelt. Am Rande der Veranstaltung kam Obama mit dem israelischen Verteidigungsminister Ehud Barak zusammen. Dieser teilte anschliessend Reportern mit, er und der Präsident seien in der Iran-Politik völlig einer Meinung. [AM]


