550 palästinensische Häftlinge in die Freiheit entlassen
Vor dem Hintergrund von heftigen Zusammenstössen zwischen hunderten von palästinensischen Demonstranten und israelischen Sicherheitskräften am Übergang Beitunia von Nordjerusalem in die Westbank sind in der Nacht vom Sonntag auf Montag planmässig 550 palästinensische Sicherheitsgefangene in die Freiheit entlassen worden. Damit ist die zweite und letzte Phase des Shalit-Deals abgeschlossen worden. In der ersten Phase hatte Israel am 18. Oktober für die Rückkehr des vor über fünf Jahren von der Hamas-Bewegung nach Gaza entführten IDF-Soldaten Gilad Shalit 477 Palästinenser auf freien Fuss gesetzt. Im Gegensatz zur ersten Phase, die auch die Freilassung zahlreicher zu mehrfachen lebenslangen Haftstrafen verurteilten Mördern und viele prominente Hamas-Aktivisten gesehen hat, befinden sich unter den jetzt freigelassenen Palästinensern keine «Lebenslangen» und keine Hamas-Leute, sondern vorwiegend Angehörige der Fatah von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas. Und anders als in der ersten Phase, als Hamas die Namen der Freizulassenden bestimmte, lag die Entscheidung dieses Mal bei den Israeli. – Der militärische Flügel der Hamas forderte Israel am Sonntagabend auf, auch die restlichen palästinensischen Gefangenen freizulassen. Andernfalls könne man die Entführung weiterer IDF-Wehrmänner nicht ausschliessen. Nach der Beendigung des jetzigen Gefangenenaustausches befinden sich noch rund 4250 Palästinenser in israelischen Gefängnissen. [JU]


