Schwere Vorwürfe wegen der Mughrabi-Brücke
Der Beschluss der Jerusalemer Stadtverwaltung, die von der Plaza vor der Westmauer zum Tempelberg hinauf führende hölzerne Mughrabi-Brücke wegen «bautechnischer Gefährdungen» und des Risikos eines Brandausbruchs für Fussgänger zu sperren, ist nach Meinung von Hamas-Sprecher Fawzi Barhoum ein «ernsthafter Schritt», der den «zionistischen Aggressionsplan gegen die Al-Aqsa-Moschee» beweisen würde. Dieser «gewalttätige Akt» komme laut Barhoum der Erklärung eines Religionskriegs gegen die heiligen Stätten der Muslime in Jerusalem gleich. Knessetsprecher Reuven Rivlin dagegen wirft den Arabern vor, eine «Verschwörungstheorie» rund um die Brücke zu konstruieren. Insgesamt gibt es in der Jerusalemer Altstadt 15 Tore, die auf das Gelände der Al-Aqsa-Moschee führen. Zehn von ihnen sind in Betrieb. Das Mughrabi-Tor ist der einzige Zugang für Nicht-Muslime zur Stätte. Seine Schliessung würde sowohl Juden als auch Touristen den Besuch der Moschee bis zum Bau einer alternativen Struktur verunmöglichen. An sich hätte die Holzbrücke vor einigen Wochen schon abgerissen und durch eine stabilere Konstruktioin ersetzt werden sollen, doch aus Sorge um emotionale Reaktionen auf der arabischen Seite – vor allem aus Jordanien und aus Ägypten sind immer wieder Stimmen zu hören, die vor einer Demolierung der Mughrabi-Brücke warnen – hat Premierminister Binyamin Netanyahu das Vorhaben im letzten Moment gestoppt. [JU]


