Wenn Israeli Iraner aus dem Wasser ziehen
Nimrod Machani, 27, ein Lebensretter am Strand von Tel Aviv, reiste unlängst auf die thailändische Insel Kosamui, wo sein Vater Shimshon, 60, seit zwei Jahren lebt und Reisen für Touristen mit Brandungsbooten organisiert. Früher arbeitete Shimshon als Matrose, und zwischen zwei Reisen pflegte er ebenfalls, als Lebensretter am Meeresstrand von Tel Aviv zu arbeiten. Eines Morgens trug sich, wie die Zeitung «Yediot Achronot» zu berichten wusste, folgendes zu: Die Beiden waren gerade auf dem Rückweg von ihrem täglichen Rudertraining, als das tropische Wetter in Minutenschnelle umschlug. Die Winde nahmen an Stärke zu, und die Wellen wurden höher. Plötzlich entdeckten die zwei Israeli zwei Schwimmer im Meer draussen, die mit ihren Händen winkten und um Hilfe riefen. «Ihr Kajak war im Sturm gekentert, und sie blieben im Wasser zurück,» erzählte Shimshon. «Alleine hätten sie keine Chance gehabt.» - Die beiden geübten Lebensretter ruderten auf die Ertrinkenden zu. «Als wir sie erreichten, waren sie bereits völlig erschöpft», berichtete Nimrod. «Wir zogen sie auf unser Boot und ruderten auf den rund einen Kilometer entfernten Strand zu.» Rund 45 Minuten kämpften Vater und Sohn gegen Wellen und Sturm, während die beiden Geretteten auf dem Boot lagen. Als sie sich zu erholen begannen und wieder miteinander sprachen, stellte Shimshon fest, dass sie sich auf persisch unterhielten. Der Zufall wollte es, dass Shimshon ebenfalls aus Iran stammte und der dortigen Sprache mächtig war. «Habt keine Angst», sagte er den Beiden, «Ihr seid in guten Händen.» Am Ufer angelangt, dankten die beiden Iraner ihren Rettern denn auch überschwänglich. Man küsste und umarmte sich, wie es im Orient Mode ist. «Als wir ihnen aber erzählten, dass wir Israeli sind», sagte Nimrod, «erstarrten sie, machten rechtsumkehrt, gaben Fersengeld und waren innert Kürze nicht mehr gesehen.» [JU]


