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25. November 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 47 Ausgabe: Nr. 47 » November 25, 2011

Eine Weltpremiere

Von William Stern, November 25, 2011

Im Basler Stadtcasino fand vergangenen Woche die Weltpremiere des Dokumentarfilms «It Is No Dream: The Life of Theodor Herzl» statt. Produziert vom Simon Wiesenthal Center geht der Film dem Leben eines der bekanntesten Exponenten und Botschafters des frühen Zionismus nach.
Der Kreis hat sich geschlossen. 114 Jahre nach dem ersten Zionistenkongress in Basel wurde im selben Gebäude, ja sogar im selben Saal, in dem Theodor Herzl sein flammendes Plädoyer für die Gründung eines jüdischen Staates gehalten hatte, die Uraufführung des Dokumentarfilms «It Is No Dream: The Life of Theodor Herzl» gefeiert. Wenngleich die Geschichte der Staatsgründung Israels wohl eines der historisch am besten dokumentierten Ereignisse sein dürfte, so fehlte bislang eine fundierte und gut ausgeleuchtete Erforschung des Lebens und Wirkens von Theodor Herzl in bewegenden Bildern.
Moriah Films, die dokumentarische Abteilung des Simon Wiesenthal Center in Los Angeles, wollte hier Abhilfe schaffen und betraute Regisseur Richard Trank mit dem Auftrag, einen Dokumentarfilm über Herzl zu drehen. Nun, nach Fertigstellung des Films, befindet sich eine Delegation des Instituts, inklusive Regisseur, Produzenten und Donatoren, auf Tour durch Europa, um ihren Film an historischen Schlüsselorten einem interessierten Publikum vorzustellen. Im Stadtcasino Basel waren gegen 150 Leute zugegen, die gespannt den Dankesreden der beteiligten Personen lauschten, bevor das Licht im Saal ausging und der Film gezeigt wurde. Er beginnt mit einem Interview des amtierenden israelischen Staatspräsidenten Shimon Peres und zeichnet den Weg Theodor Herzls vom ambitionierten Absolventen eines Jura-Studiums und Journalisten des Wiener Blattes «Neue Freie Presse» bis zum unermüdlichen und getriebenen Verfechter für die zionistische Sache nach. In sanften Bildern, vielen historischen Aufnahmen sowie Auszügen von Schriftdokumenten wird dem Zuschauer die missliche Lage Herzls und der europäischen Juden Anfang des 20. Jahrhundert vor Augen geführt. Mit aktuellen Aufnahmen wird die Brücke zur Gegenwart geschlagen, was den Kampf um die Heimat des jüdischen Volks auch 107 Jahre nach Herzls Tod nach wie vor noch aktuell erscheinen lässt. Die beiden Oscarpreisträger Ben Kingsley und Chrisoph Waltz verleihen dem Film mit ihren Stimmen eine Portion Hollywood-Glamour, Ersterer als Erzähler, Letzterer als Theodor Herzl. Für eine Spur Pathos sorgt die musikalische Untermalung, unter anderem mit Werken von Richard Wagner und Richard Strauss.  






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