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11. November 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 45 Ausgabe: Nr. 45 » November 11, 2011

Zehn Apps zum Judentum

Von Sala Levin, November 11, 2011
Wissensdefizite in jüdischen Werten und Wahrheiten lassen sich zukünftig durch hilfreiche Applikationen beheben. Hier eine Auswahl hilfreicher Apps aus der jüdischen Welt.
GROSSE AUSWAHL AN APPLIKATIONEN Apps bieten Rat und Unterhaltung für jede Gelegenheit


Ist Ihr Jiddisch rostig? Sie wollen ein Meistergericht der koscheren Küche zaubern? Fällt Ihnen partout nicht ein, welches Gebet zu Rosch Haschana Sie von Ihren Sünden befreit? Verzweifeln Sie nicht – für all diese Probleme gibt es eine Applikation für Handys oder Tablet-Computer.



Oy!-App

Sie fragen sich, zu welchen Gelegenheiten ein kräftiges «Oy» angebracht ist? Diese scheinen unüberschaubar zu sein. Die Oy!-Applikation stellt fünf Grundvariationen für alle jene Momente bereit, zu denen kein anderer Ausdruck der Bestürzung passt. Verlangt eine Situation nach einem uneingeschränkten «oy gevalt»? Kein Problem. Sie brauchen ein klassisches «oy vey»? Schon erledigt. Dieses App deckt sogar den Evergreen «oy yoy yoy» ab.

Virtuelle jüdische Mutter

Der Erfinder der Applikation «jüdische Mutter» hat die logistischen Hürden für die konstante Anwesenheit jüdischer Mütter an unserer Seite beseitigt: Eine virtuelle Variante als Ersatz einer wirklichen Mutter, mit einem Repertoire von über 100 Phrasen wie «Fröhliches Chanukka, Bubbeleh» oder «Natürlich wäre ich glücklicher, wenn du Kinder hättest». Die digitale Mama hat sogar Sprüche auf Lager, die auf Ihr Geschlecht und Ihren Familienstand zugeschnitten sind.

Der Tempel als Puzzle

Setzen Sie die Puzzlesteine dieser Applikation zum heiligen Tempel zusammen, hebräisch als «bet hamikdasch» bekannt. Wem dies gelingt, wird durch die Botschaft: «Sie haben ein Bet hamikdasch erbaut!» auf seinem Bildschirm belohnt. Das konnte nicht einmal König David von sich behaupten.

i-Taschlich

Taschlich, der Brauch zu Rosch Haschana Brotstücke als Symbol eigener Sünden in fliessendes Wasser zu werfen, hat das Hightech-Zeitalter erreicht. Diese hilfreiche Applikation erklärt das Ritual und liefert das dazugehörige Gebet in Englisch und Hebräisch sowie den hebräischen Text der drei wichtigsten Segenssprüche. Die elektronische Hilfe regt überdies zur Reflexion über mögliche moderne Sünden an und stellt Fragen wie «Haben Sie anderer Leute ungesicherten, drahtlosen Internet-Zugang benutzt?».

Gematria-Kalkulator

Als Element kabbalistischen Denkens weist die Gematria jedem der 22 Buchstaben des hebräischen Alphabets einen numerischen Wert zu. Dieser dient zur Entschlüsselung der tieferen Bedeutung hebräischer Worte und Phrasen. Für all jene, deren Köpfe nicht zur Ausführung derart komplexer Kalkulation geeignet sind, liefert der Gematria-Kalkulator die numerischen Werte von Sätzen in jüdischen Texten und erleichtert damit den Sprung über mathematische Hürden auf dem Pfad zur Erleuchtung.


Fotosoftware Jew Booth
Sicher – die Fotos von Cousin Jakobs Heirat sehen nett aus. Aber fehlt darauf doch nicht das gewisse jüdische Etwas? Hier springt die Fotosoftware Jew Booth ein. Nehmen Sie ein beliebiges Foto und verleihen Sie den abgebildeten Personen eindeutig jüdische Charakteristika durch die Addition einer Kippa, einer Halskette mit Davidstern oder durch andere jüdische Äusserlichkeiten. Ihre Facebook-Freunde werden denken, sie hätten eine religiöse Transformation erlebt, wenn sie die Bilder von Ihnen mit einem schwarzen Hut sehen. Ob Sie das Geheimnis von Jew Booth lüften, bleibt selbstverständlich Ihnen überlassen.

Wörterbuch für jiddischen Slang

Nennt jemand Sie bei der nächsten Party wieder einen Schlemihl, weil Sie Ihre Brause verschütten, rufen Sie einfach das Wörterbuch für jiddischen Slang auf Ihrem Smartphone auf. Dieses präsentiert im Handumdrehen die angemessene Antwort. Dank dieser Applikation können sich Jiddisch-Experten und -Laien in die Feinheiten dieser wortreichen Sprache vertiefen. Das Wörterbuch enthält vertraute Begriffe wie «schlepp» und «Mensch», aber auch Worte wie «Tummler» und «Schmutter».

Der erstaunliche Tageskalender

In welches Shakespeare-Stück hat der grosse Dichter hebräische Worte einfliessen lassen? Was wissen Sie über die offensichtlich prophetische Haltung des Talmuds zu Flugzeugen? An den Jahrestagen informiert diese App über bedeutsame historische Ereignisse, faszinierende religiöse Bräuche und berühmte Persönlichkeiten. Erfahren Sie alles – von der Tätigkeit des jungen Louis Armstrong als Angestellter einer jüdischen Familie bis zu den denkwürdigen Differenzen zwischen Hillel und Schammai.

Auf zum Gulasch

Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten etwa 250 000 Juden in Budapest und besuchten die 125 Synagogen der ungarischen Hauptstadt. Wenn sie nicht gebetet haben, so standen sie am Herd und bereiteten eine Fülle kulinarischer Köstlichkeiten wie «rakott krumpli» (Kartoffeleintopf), «paprikás csirke» (Hühnergulasch) und «gombóc» (Knödel) zu. Wer seine jüdisch-ungarische Herkunft schmecken will, kann diese Applikation herunterladen, die nicht nur 120 koschere Rezepte aus Ungarn bietet, sondern auch die Geschichten ihrer Entstehung.

Judoku

Wer seine Daumen in der U-Bahn oder auf Büro-Besprechungen nicht stillhalten kann, dem steht es nun als Zeitvertreib offen, seine Kenntnisse jüdischer Symbole unterhaltsam aufzufrischen: Dazu dient eine neue Variante des beliebten Logik-Spiels Sudoku. Anstelle der üblichen Zahlen treten Bilder von Gegenständen wie einem Schofar, dem Davidstern oder hebräische Buchstaben auf. Sie dürfen nur nicht die Grundregel verletzen: Nicht mehr als eine Menora in jedem der drei auf drei Kästchen zählenden Kästchen.  



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