Soldaten, Migranten und andere Kollektive
Im Rahmen des Kulturfestivals «Culturescapes» sind kommendes Wochenende die Tanzstücke «Animal Lost» von Yossi Berg und dem Oded Grad Dance Theatre sowie «Big Mouth» von Niv Sheinfeld, Oren Laor und Keren Levi in der Kaserne Basel zu sehen. Beide Werke handeln von den Fragen nach kollektiver und individueller Identität im heutigen Israel - «Animal Lost» wirft Fragen nach kulturellen und sozialen Unterschieden auf und beschäftigt sich mit der Fähigkeit und Flexibilität von Individuen, sich stets neu definieren zu können und müssen. In «Big Mouth» sind die Darsteller gefangen zwischen dem Wunsch, Teil des Ganzen zu sein und zugleich die persönliche Identität zu entdecken. «Reside 1.1 - Jessy Cohen» von Daniel Laundau verbindet in der Folgewoche ebenfalls in der Kaserne Live Performance und Dokumentarfilm. Es untersucht die Beziehungen zwischen der Gemeinschaft der Einwanderer und der Gesellschaft, in die sie immigrieren. Das Projekt erkundet das Thema Immigration als identitätsstiftenden Prozess und nimmt das Publikum mit nach Jessy Cohen – einem Migrantenquartier in der israelischen Stadt Holon. Die geographische Lage dieses Viertels am Stadtrand dient als Metapher für die Realität der Anwohner – ein Schmelztiegel für Einwanderer aus arabischen Staaten, der ehemaligen Sowjetunion und seit kurzem aus Äthiopien. Mit Hilfe einer Reihe von Interviews mit den Anwohnern dieses Viertels bietet die Performance eine tiefe Einsicht in das soziale Gefüge dieser Gemeinschaft. [TA] www.culturescapes.ch


