Konferenz mit Seltenheitswert
Konkrete Resultate sollte man von der Konferenz nicht erwarten, welche die Internationale Atomenergieagentur (IAEA) für den 21. und 22. November an ihren Hauptsitz nach Wien einberufen hat. Trotzdem könnte sich das Treffen, an dem Wege zur Befreiung der Welt von Nuklearwaffen diskutiert werden, zu einem Anlass von höchstem Seltenheitswert entwickeln. Neben Araberstaaten und Israel, die ihre Teilnahme bereits zugesagt haben, ist auch Iran eingeladen worden, doch steht die Antwort aus Teheran noch aus. Das von der IAEA organisierte Forum ist zumindest von symbolischer Wichtigkeit, könnte es doch dazu dienen, verfeindete Nationen im Versuch, einen Dialog zu starten, an den gleichen Tisch zu bringen. Sollte das Treffen tatsächlich in der erwünschten Vollbesetzung über die Bühne gehen, könnte das als positives Signal für die für 2012 in Finnland geplante internationale Tagung gewertet werden, an der Methoden zur Säuberung der Welt von Waffen zur Massenvernichtung diskutiert werden sollen. Die Idee für die Tagung kommt von Ägypten, das auf ein Treffen aller Nahoststaaten zwecks Diskussion der Schaffung einer Region ohne Atomwaffen drängt. - Die von IAEA-Chef Yukiya Amano einberufene Wiener Gesprächsrunde wird sich auf die Erfahrung von bestimmten Regionen wie Afrika und Lateinamerika mit der Einrichtung einer atomwaffenfreien Zone und deren mögliche Relevanz für den Nahen Osten konzentrieren. – Als einziges Land der Region hat Israel den Atomsperrvertrag nicht unterzeichnet. Jerusalem, das noch nie bestätigt oder dementiert hat, im Besitz von Atomwaffen zu sein, steht auf dem Standpunkt, das Dokument erst zu unterschreiben, wenn es einen umfassenden Frieden mit seinen arabischen und iranischen Feinden gibt. [JU]


