Kairo liefert wieder
Nach einem durch Terrorattacken auf die Pipeline bedingten Unterbruch seit Juli fliesst seit Sonntag wieder ägyptisches Erdgas nach Israel, allerdings nur zu etwa einem Drittel der normalen Kapazität. In weniger als einem Jahr war die Pipeline nicht weniger als sechs Mal vermutlich von lokalen Beduinen angegriffen worden, die vielleicht im Auftrag der al-Qaida gehandelt hatten. Auch die Gaslieferungen nach Jordanien sind wieder aufgenommen worden, nachdem Amman einer Preiserhöhung zugestimmt hat. Gemäss inoffiziellen Berichten wird Kairo auch von Israel neue, bedeutend höhere Preise verlangen. Israel bezieht von Ägypten über 40 Prozent seines Bedarfs an Naturgas, das es für die Produktion von Elektrizität benötigt. Seit Beginn der Angriffe auf die Pipeline sind die Elektrizitätspreise in Israel um mehr als 10 Prozent gestiegen. In Ägypten sind die noch von ex-Präsident Hosni Mubarak ausgehandelten Gaslieferungen an Israel nicht zuletzt wegen der extrem niedrigen Preise sehr unbeliebt. Seit Beginn der Liegerungen im Jahre 2008 soll Kairo im Vergleich zu den handelsüblichen Marktpreisen am Vertrag mit Israel über 700 Millionen Dollar verloren haben. [JU]


