Hochaktuelle Konferenz
Der israelische Soldat Gilad Shalit wurde nach fünf Jahren Geiselhaft zu Hause erwartet, ausgetauscht gegen mehr als 1000 palästinensische Häftlinge, und das hochaktuelle Thema der Jahreskonferenz der Politischen Abteilung IV des Schweizer Aussenministeriums (EDA) lautete gleichzeitig «Aufstände in der arabischen Welt: zwischen Hoffen und Bangen». Im Konferenzzentrum des Berner Stade de Suisse eröffnete Botschafter Claude Wild, Chef der Abteilung IV, die Tagung, und die Eröffnungsansprache hielt – zum letzten Mal – EDA-Chefin Micheline Calmy-Rey. Sechs Jugendliche aus den sechs betroffenen Ländern legten Zeugnisse ab, und auch die Podien waren mit Sachverständigen besetzt. Auf Interesse stiessen die Akteure des Panels 2, «Auswirkungen der Aufstände in der arabischen Welt auf den israelisch-palästinensischen Konflikt». Es sprachen der 57-jährige palästinensische Politiker und Arzt Mustafa Barghouti, verwandt mit dem prominenten Politiker Marwan Barghouti, der diese Woche von Israel nicht freigelassen wurde. Beteiligt war auch Marwan Bishara, der in Nazareth geborene leitende Analyst des englischsprachigen Programms im TV-Sender al-Jazirah und jüngerer Bruder von Azmi Bishara, des ehemaligen Abgeordneten des israelischen Parlaments, der heute in einem arabischen Staat lebt. Teilnehmer waren auch Tal Becker, ein 39-jähriger Jurist, der in Australien aufwuchs und Berater der ehemaligen israelischen Aussenministerin Tzippi Livni war, und Robert Wexler, ein 50-jähriger amerikanischer Politiker und Jurist. [gb]


