Schriftstellerin und Journalistin
Sie selbst nannte es ihren «leidigen Brotberuf», denn das Ziel der jungen Hilde Spiel war eigentlich, Schriftstellerin zu werden. 1933 war mit «Katie auf der Brücke» der erste Roman der Wienerin aus einer grossbürgerlichen jüdischen Familie erschienen. Doch in der Folge ihrer Emigration nach Grossbritannien 1936 wurde Spiel Journalistin, zuerst für deutschsprachige Publikationen, dann für englische. Die Wochenzeitschrift «New Statesman» schickte sie 1946 nach Wien. Spiel lebte danach zwischen England und Deutschland, schrieb Theater- und Literaturkritiken in beiden Sprachen. Nach ihrer endgültigen Rückkehr nach Wien 1963 arbeitete sie unter anderem für die «Weltwoche», die «Süddeutsche Zeitung» oder die «Frankfurter Allgemeine Zeitung». Die Journalistin, die als Meisterin des Essays gilt, übersetzte auch Autoren wie Graham Green oder Tom Stoppard ins Deutsche. Als Hilde Spiel 1990 in ihrer Heimatstadt starb, wurde die ehemals ins Exil Vertriebene in Nachrufen als «Doyenne der österreichischen Literatur» bezeichnet. Am 19. Oktober jährt sich Spiels Geburtstag zum 100. Mal. [TA]


