Israels Sorgen mit der antiarabischen Welle
Nach einem Wochenende voller Spannungen herrschte am Montagmorgen in der gemischt jüdisch-arabischen Stadt Yafo bei Tel Aviv wieder Ruhe. Slogans aber wie «Tod den Arabern» oder «Rabbi Kahane hatte Recht», die zuvor auf einem christlichen und einem muslimischen Friedhof aufgetaucht waren, und ein gegen eine Synagoge geschleuderter Molotow-Cocktail unterstreichen, dass der Ungeist der ethnischen Konflikte zwischen der jüdischen Mehrheit und der grössten Minderheit des Landes alles andere als unter Kontrolle ist. Nachdem in der Stadt Bat Yam Schmierereien wie «Keine Araber für Maccabi Haifa» (ein Fussballteam) und «Tod den Russen» gefunden worden waren, schliesst die Polizei nicht aus, dass die Täterschaft nicht rechtsextremen Siedlerkreisen zu suchen ist, sondern eher in der Umgebung von rassistisch orientierten Sportfans oder einfach unter Lausbuben. Seit dem Brandanschlag auf eine Moschee in Galiläa hat sich die Zahl der in Israel entdeckten Hass-Graffiti nach Angaben der Polizei aber rasend erhöht. Die Polizei bestätigt, dass die Araber von Yafo sich zusehends bedroht fühlen. Die jüdische Seite dagegen betont den politischen Charakter des Streits, den die wachsende Zahl der von arabischen Demonstranten mitgeführten palästinensischen Flaggen beweisen würde. [JU]


