Chemie-Nobelpreis für Israeli
Eine aufgeräumte Stimmung herrschte am Mittwochnachmittag auf dem Gelände des Haifaer Technion, nachdem bekannt geworden war, dass Prof. Daniel Shechtman, 70, den diesjährigen Nobelpreis in Chemie zugesprochen bekommen hatte. Shechtman, der auf eine 50jährige Karriere an dem weltbekannten technologischen Institut zurückblicken kann, ist der zehnte Israeli überhaupt und der vierte israelische Chemiker, dem diese mit einem Check von 1,5 Millionen Dollar vergoldete Ehre widerfährt. Den Preis erhält Shechtman für die Entdeckung bestimmter, regelmässiger, sich aber nie wiederholender Muster in als so genannten Quasi-Kristallen bekannten chemischen Strukturen. Der Chemiker, der an einer Pressekonferenz von einem «Erfolg, nicht nur für das Technion oder Israel, sondern für die ganze Wissenschaft» sprach, hatte seine Entdeckung schon vor rund 30 Jahren gemacht. Er war aber lange von der wissenschaftlichen Konkurrenz, einschliesslich prominenten Nobelpreisträgern, lächerlich gemacht worden. «Im Namen der Bürger Israels», meinte Premierminister Binyamin Netanyahu am Telefon zu Shechtman, «gratuliere ich Ihnen für Ihre Auszeichnung, in welcher der Intellekt unseres Volkes zum Ausdruck gelangt. Jeder Israeli und jeder Jude auf der Welt ist heute stolz.» Für 2011 haben neben Shechtman auch jüdische Wissenschafter in Physik und Medizin den begehrten Preis erhalten. [JU]


