Vorwärts in die Zukunft
Im Jahr 2012 wird die Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) ihren 150. Geburtstag feiern können – ein Meilenstein in der Geschichte der grossen Zürcher Einheitsgemeinde. Zur Vorbereitung der entsprechenden vielseitigen Festivitäten und Veranstaltungen, die in einem breiten Rahmen über das Jahr verteilt stattfinden sollen, hat der Gemeindevorstand eine Kommission bestehend aus Denise Sachs, Werner Rom, Aviva Gottheil, Yves Kahn, Jacques Lande und Miriam Rosenthal eingesetzt, die seit fast zwei Jahren am Programm und dessen Umsetzung arbeitet. Sie nimmt diese Aufgaben als unabhängiges Gremium, jedoch unter laufender Information und, sofern gewünscht, mit Einsitz vom Co-Präsidium an ihren Sitzungen wahr. Letztlich muss ja der Vorstand die Verantwortung gegenüber den Gemeindemitgliedern tragen, wie Kommissionsmitglied Werner Rom sagt, und deshalb bei für ihn gegebenem Bedarf eingreifen können.
Die bisherige Arbeit der Kommission verläuft nach Zeitplan, noch anstehende Probleme werden rechtzeitig gelöst werden können. Dazu gehört beispielsweise, dass die ICZ sich jüngst entschieden hat, mit der Olive Lounge ein eigenes Restaurant zu führen, dass natürlich für das Catering von allen Veranstaltungen, wie beispielsweise des Gala-Abends im November, beigezogen wird. Noch muss sich aber weisen, wer dieses Restaurant führen soll und wie sich eine Zusammenarbeit mit dieser Führung aufgleisen lässt.
Das Jubiläumsjahr will die ICZ vornehmlich dazu nutzen, sich selbst rundum zu präsentieren. Gegen innen sollen die Reihen geschlossen und bekräftigt werden, dass eine ICZ-Mitgliedschaft eine sinnvolle Sache ist. Gegen aussen will die Gemeinde zeigen, dass sie Teil der Gesellschaft ist und ihren Beitrag leistet. Zu diesem Zweck hat sie erstmals eine ICZ-Geschichtsschreibung in Auftrag gegeben, die auch wissenschaftlichen Kriterien standhalten soll und weiterer Forschung die Türe öffnet. Dieser Auftrag wurde dem Institut für Jüdische Studien der Universität Basel erteilt, der Autor ist der Historiker Daniel Gerson.
Höhepunkte und Innenansichten
Als Hauptveranstaltungen nennen Werner Rom und Denise Sachs die Buchvernissage am 4. März, die im Rahmen der Braginsky-Ausstellung «Schöne Seiten» im Landesmuseum stattfinden und bei welcher die ICZ-Geschichte in Buchform – an die ICZ-Mitglieder kostenlos – abgegeben wird. Am 18. März findet dann der offizielle Teil mit Festansprachen und musikalischer Umrahmung statt. Ein Höhepunkt wird dabei, so Werner Rom, eine besondere Ausstellung sein, die nach dem Konzept von Katarina Holländer veranstaltet wird. ICZ-Mitglieder und auch andere Menschen werden dabei eingeladen, einen Gegenstand mitzubringen, der für sie mit der ICZ zu tun hat und die Beziehung auch in einem Text dazu zu schildern. Aus den gesammelten Objekten wird eine spannende Ausstellung zusammengestellt. Begleitend wird es Gespräche mit Leihgebern, aber auch mit Experten geben, die die Sammlung in einen grösseren Zusammenhang stellen. An diesem Datum wird überdies ein Anlass für Kinder mit Workshops durchgeführt. Der 18. März, so Denise Sachs, «soll vor allem aber auch eine Plattform sein, auf der sich die ICZ und ihre Kommissionen vorstellen». Am Schabbatvormittag, 17. März, folgt ein festlicher Gottesdienst mit anschliessendem Empfang. Gast ist Rabbiner Pinchas Goldschmidt aus Moskau eingeladen.
Über die Grenzen blicken
Zwischen März und November sind die ICZ-Kommissionen, allen voran die Kulturkommission, eingeladen, eigene Veranstaltungen durchzuführen, bevor dann vom 16. bis 18. November der grosse Festanlass mit gesellschaftlichem Schwerpunkt stattfinden wird. Geplant sind ein Schabbatgottesdienst mit Freitagabendessen in der Gemeinde, ein Gala-Abend für Teilnehmer ab 18 Jahren am Samstagabend und ein Treffen mit ehemaligen, ausgewanderten ICZ-Mitgliedern.
Ein interessantes Projekt wird sich mit interreligiöser und interkultureller Integration beschäftigen und von jungen Leuten durchgeführt. «Es geht darum, die verschiedenen Esskulturen in den verschiedenen Religionen darzustellen. Das Projekt, das sehr stark nach aussen wirken sollte, erläutert Werner Rom. Innerhalb des Projekts entstanden ist zudem eine prämierte Maturarbeit mit dem Thema «Was Muslime von der Integrationsarbeit der Juden lernen könnten».
Auf die Frage, was sie sich als Kommissionsmitglied für das Jubiläumsjahr wünscht, sagt Sachs: «Sehr viele Leute auf den Plan zu rufen! Wir hoffen, dass wir dem doch eher verwöhnten Zürcher Publikum gerecht werden. Und natürlich auch, dass Mitglieder von Gemeinden aus dem näheren Ausland, die wir gerne dabei haben möchten, den Weg zu uns finden und von dem Programm, das wir für den November-Anlass organisieren, regen Gebrauch machen werden.»


