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16. September 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 37 Ausgabe: Nr. 37 » September 16, 2011

«Kein Ballenberg der Religionen»

Von Peter Abelin, September 16, 2011

Das geplante Haus der Religionen in Bern dürfe nicht zu einem «Ghetto der Religionen» werden, warnte der Theologe Thomas Staubli an der ersten öffentlichen Diskussion über die Gestaltung des Dialogbereichs.
Noch fehlt zwar die letzte halbe Million der erforderlichen zehn Millionen Franken für den Bau des Hauses der Religionen am Berner Europaplatz, doch nach der Erteilung der Baubewilligung im Sommer wurde nun erstmals mit zwei aussenstehenden Gästen über die zukünftige Nutzung des Dialogbereichs diskutiert. An diesem ist auch die Jüdische Gemeinde Bern beteiligt. Der Dialogbereich soll die Bereiche ergänzen, die von Muslimen, Aleviten, Hindus, Christen und Buddhisten gestaltet und genutzt werden. Die Debatte wurde lanciert durch eine «Horrorvision» von Thomas Staubli, Leiter des Bibel- und Orientmuseums in Freiburg i. Üe.: Das Haus der Religionen könne zu einem «neuen Ghetto» werden, in dem die säkulare Gesellschaft gleich alle Religionen als Exoten ausgrenze. Positiv könne das Projekt hingegen wirken, wenn die Säkularen in den Dialog einbezogen würden.



Neugier wecken

Dies sei so vorgesehen, und sie sei überzeugt, dass es auch gelingen werde, replizierte Gerda Hauck, Präsidentin des Vereins Haus der Religionen – Dialog der Kulturen: «Es wird kein Ballenberg der Religionen geben.» Ihren Optimismus begründete sie damit, dass das gleiche Gebäude auch ein Einkaufszentrum, ein Hotel und andere öffentliche Institutionen beherbergen wird. Es gelte, einen «niederschwelligen Zugang» zu gewährleisten, damit die Leute aus Neugierde zum Beispiel in der Mittagspause kämen. Vor diesem Hintergrund wurden die Vorschläge der Architekten für die Gestaltung des Eingangsbereichs mit goldenem Tor und religiösen Symbolen in Frage gestellt.

Kooperationen

Allseits willkommen war ein Angebot des zweiten Gastes: Silvia Schroer, Dekanin der Theologischen Fakultät der Universität Bern, skizzierte eine Kooperation mit dem Bereich für interreligiöse Studien; so könnten Studierende im Dialogbereich etwa Ausstellungen oder eine Bibliothek betreiben. Der Baubeginn ist für nächsten Frühling vorgesehen; es wird mit einer Bauzeit von zweieinhalb Jahren gerechnet.



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