Israel als idealer Partner
Als Anfang für seinen spannenden Vortrag wählte Divisionär a. D. Faustus Furrer Impressionen über das Ende seiner Karriere als Schweizer Verteidigungsattaché für Israel: Er zeigte Bilder von Schweizer Helikoptern, die Israel bei der Operation Carmel unterstützten. Aufnahmen miteinander harmonierender israelischer und schweizerischer Piloten waren ebenso eindrücklich wie die Ausführungen Furrers über die Verabschiedung der Schweizer Delegierten im Garten von Shimon Peres. «Der Austausch zwischen den beiden Streitkräften ist sehr gut», betont Furrer, «die Kooperation ist intensiv und für die Schweiz gewinnbringend.» Die Eidgenossenschaft könne von dem Know-how der israelischen Armee und Industrie profitieren. Zahlen aus dem Bereich Sicherheit zeigen dies deutlich: Von 2000 bis 2009 seien jährlich Beschaffungen von durchschnittlich 64 Millionen Franken getätigt worden – die Schweiz habe vor allem Produkte im Bereich der elektronischen Übermittlung und der Satellitentechnik von Israel erworben.
Auch wenn Israel in einigen dieser Bereiche weltweit führend sei, gestalte sich das militärische Vorgehen oft als sehr schwierig. So seien die ex-trem kurzen Distanzen in dem Land, das strategisch an einem entscheidenden Punkt der Welt liegt, hinsichtlich Vorwarnung und Abwehr für das israelische Militär eine grosse Herausforderung. Auch die verschiedenen Grenzen zu den Nachbarländern stellten eine latente Bedrohung dar, der Israel permanent ausgesetzt sei. Als grösste aktuelle Gefahr sieht er die Grenze zu Ägypten: «Die Situation ist hoch problematisch, da die ägyptische Armee als modernste arabische Armee nicht geschwächt wurde.» Sollten Islamisten in Ägypten an Macht gewinnen, wäre dies für Israel eine nicht zu unterschätzende ernsthafte Bedrohung.
Furrer, seit Anfang des Jahres frei von allen Ämtern in Bern, zeigte auf, dass die bilaterale Zusammenarbeit zwischen der Schweiz und Israel sehr gut funktioniert: «Für uns gibt es keinen besseren Partner als Israel», sagt er, «das wissenschaftliche und technische Potenzial des Landes ist aufstrebend.» Und so hofft er, dass auch nach seiner Ära viele gute Kontakte zwischen beiden Ländern bestehen bleiben. In diesem Sinne schloss Faustus Furrer seine Ausführungen, nachdem er zahlreiche Fragen des Publikums beantwortet hatte, mit dem Ausspruch «Nächstes Jahr in Jerusalem».


