Atomkraftwerk in Bushehr eingeweiht
Am Montag ist offiziell das Atomkraftwerk in Bushehr in Betrieb genommen worden. Nach Pakistan wird nun Iran der einzige Staat in der islamischen Welt mit einem Nuklearreaktor sein. Die beiden Reaktoren in Pakistan produzieren zusammen 500MW Strom. Bushehr allein wird 1000MW Strom erzeugen. Dieses AKW hat aber weder militärische noch ökonomische Bedeutung, da die Brennstäbe von Russland geliefert werden und auch nach Verwendung zur Entsorgung nach Russland zurückgeschickt werden. Iran bekommt somit nicht die Möglichkeit, aus Atommüll Nuklearwaffen herzustellen. Bushehr wird zudem mit 1000MW nur zwei Prozent der gesamten Stromerzeugung des Iran - ca. 50’000 MW - decken. Bushehr stellt somit nur ein grosses Prestigeobjekt dar. Die Gefahr liegt bei anderen Anlagen (Natanz, Arak, Qom etc.), in denen ein umfangreiches Urananreicherungsprogramm betrieben wird. Letzte Woche hat Nicolas Sarkozy dem Iran mit einem Präventivschlag gedroht. Nahezu zeitgleich beteuerte US-Verteidigungsminister Leon Panetta, dass eine Revolution im Iran nur eine Frage der Zeit sei. Tony Blair forderte ebenfalls kürzlich einen Regimewechsel im Iran und der Direktor der International Atomic Energy Agency, Yukiya Amano, liefert regelmässig kritische Berichte über Irans Atomprogramm. In Teheran hoffte man, in den Tumulten der arabischen Welt das Atomprogramm weiterführen zu können. Sarkozys Warnung nehmen die Iraner ernst, da er es war, der die militärische Intervention in Libyen einleitete. Ayatollah Ali Khamenei und Präsident Mahmoud Ahmadinejad müssen sich warm anziehen. [BK]


