Blühender Autohandel
Politisch-diplomatisch mögen die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel durch die Ausweisung des israelischen Botschafters in Ankara vor dem Hintergrund des anhaltenden Gerangels um die von den Türken geforderte Entschuldigung Israels für die Toten der Enterung der «Mavi Marmara» vor anderthalb Jahren auf einem Tiefpunkt angelangt sein. Im Bereiche der Wirtschaft gilt das nur bedingt. So haben Israeli im Zeitraum Januar-August 2011 rund 16'400 in der Türkei hergestellte Fahrzeuge im Wert von rund 1,64 Milliarden Schekel gekauft. Das sind 10,1 Prozent aller in der Berichtsperiode in Israel verkaufter Personen- und kommerzieller Wagen. Israel ist damit eines der wichtigsten Abnehmerländer von in der Türkei gefertigten Fahrzeugen. Bei den auf diese Weise nach Israel gelangenden Autos handelt es sich unter anderem um in der Türkei hergestellte Modelle der Marken Honda, Toyota, Hyundai, Renault, Citroen oder Fiat. – Insgesamt sind in den ersten acht Monaten des laufenden Jahres über 162'000 neue Wagen in Israel ausgeliefert worden, 14 Prozent mehr als in der letztjährigen Vergleichsperiode. Die Branche schliesst ein Rekordjahr nicht aus. – Politisch steht das bilaterale Barometer allerdings auf Sturm: Die Absicht Ankaras, an den Internationalen Gerichtshof in Den Haag mit der Forderung zu gelangen, die von Israel verhängte Seeblockade gegen den Gazastreifen aufzuheben, reduziert nach Ansicht offizieller Stellen in Jerusalem die Chancen auf eine gütliche Einigung zwischen den beiden Staaten auf ein Minimum. [JU]


