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Masal Tov Ausgabe: Nr. 34 » August 26, 2011

Familienfeste von A bis Z

Von Steffi Unsleber, August 26, 2011
Eine Hochzeit für rund 400 Gäste ist heute in Israel für weniger als 50 000 Dollar kaum noch zu haben. Recht schnell kommt der «schönste Tag» im Leben zweier junger Menschen aber noch teurer und erreicht nicht selten die Millionengrenze. tachles sprach mit Danny Kaizler von Israevents, der Familienfeiern organisiert.
AKZENTE SETZEM Dekoration und Atmosphäre sind wichtig für eine gelungene Feier

Wer hat auf einer Party am wenigsten Spass? Richtig, der Gastgeber. Wenn er nicht schon völlig von den Vorbereitungen ausgelaugt ist, liegen spätestens am Festtag die Nerven blank. Danny Kaizler von Israevents will seinen Kunden diese Kopfschmerzen ersparen. Er plant Hochzeiten, Bar und Bat Mizwas und andere massgeschneiderte Familienfeste. Er verschickt die Einladungen, bestellt den Fotografen und wenn nötig auch den Rabbiner, bucht die Flüge, kümmert sich um das Essen und komponiert sogar einen eigenen Song für das Brautpaar, wenn es sein muss. Ein Rundum-sorglos-Paket also. «Wir wollen, dass unser Kunde Gast auf seiner eigenen Feier ist», sagt Kaizler. Und, genauso wichtig: Das Fest soll ein paar Wünsche erfüllen. Der Trend geht zum aussergewöhnlichen Ort. Danny Kaizler hat schon Feste in der Wüste, am Strand, im Wald und auf dem Masada-Plateau am Toten Meer organisiert. «Das ist ziemlich aufwändig, weil wir wirklich alles dorthin bringen müssen – Strom, Zelte, Musikanlage, alles. Deshalb sind solche Events eher teuer. Aber der Kunde hat ein wirklich einzigartiges Erlebnis.»



Ausgefallene Orte

Bei Bar und Bat Mizwas ist das Motto das Wichtigste, erzählt Kaizler. Die Auswahl reicht hier von «Harry Potter» über «Frieden» bis hin zu biblischen Erzählungen. Kaizler: «Eine unserer Bar Mizwas drehte sich um die Geschichte, wie Moses das Rote Meer in zwei geteilt hat. Also haben wir den Eingang so gestaltet, dass die Gäste durch eine Art Wassertunnel laufen mussten.» Sogar einen berühmten Fussballspieler als Ehrengast kann Kaizler organisieren. «Natürlich bezahlen wir ihn dafür.» Prinzipiell sei fast alles möglich.
Danny Kaizlers Organisationstalent hat seinen Preis. Wie hoch der ist, kann er aber pauschal nicht sagen. «Das kommt auf alles Mögliche an – den Ort, die Dauer und so weiter. Ich möchte, dass die Kunden mir einfach ganz genau sagen, was sie sich vorstellen, dann kann ich ihnen einen Preis vorschlagen.» In Israel lässt man sich die Hochzeit einiges kosten: Die untere Kategorie beginnt bei 50 000 Dollar, die Ausgaben können aber laut Kaizler schnell auch eine Million Dollar erreichen. Allerdings werden Bar Mizwas und Hochzeiten auch nicht mehr im kleinen Familienkreis gefeiert: Im Durchschnitt sind rund 400 Gäste eingeladen.

Ausländer in Israel

Ein weiterer Trend macht sich bemerkbar: Die jüdische Diaspora kommt nach Israel, um dort wichtige Feste zu feiern. Inzwischen machen solche Kunden 30 Prozent von Kaizlers Aufträgen aus. In diesem Fall ist es noch wichtiger, dass jemand vor Ort die Planung übernimmt. «Manche Kunden sehe ich erst zwei Wochen vor der Feier. Sie teilen mir ihre Wünsche per E-Mail und Telefon mit und ich kümmere mich darum. Wenn sie kommen, ist schon alles organisiert.» Obwohl bei einem Fest in Israel zusätzliche Kosten wie Flug oder Hotelübernachtungen anfallen, ist ein Event dort trotzdem günstiger. «Ich kann die Preise vergleichen, da ich auch in den USA Events organisiere», erzählt Danny Kaizler. «Ein Dollar in Israel entspricht drei oder vier Dollar in den USA.»
Wenn die Feier den Gästen im Gedächtnis bleibt, ist der Anlass gelungen, meint Danny Kaizler. «Nach Jahren hat mich ein Mann angesprochen, der sich an eine Hochzeit in Jerusalem erinnerte. Wir haben während des Festes ein riesiges Klavier auf die Bühne geschoben, an dem der Bräutigam seiner Frau ein Ständchen singen konnte. Alle waren sehr ergriffen, besonders die Braut. Sie musste weinen.» Weil jedes Fest einzigartig sein soll, leitet sich daraus auch ab, was Danny Kaizler nicht kann: ein Event duplizieren.



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