Rosa Winkel
Im Alter von 98 Jahren ist Rudolf Brazda in Bantzenheim im Elsass verstorben. Von Brazda wird angenommen, dass er der letzte Überlebende war, welcher den «rosa Winkel» tragen musste – das Emblem, welches die Nazis benutzten, um Häftlinge im Konzentrationslager zu identifizieren, die aufgrund ihrer Homosexualität deportiert wurden. Der 1913 in Ostdeutschland als Sohn tschechischer Einwanderer geborene Brazda wurde schon 1937 von den Nazis verhaftet und sechs Monate in ein Gefängnis gesperrt, wie das «Jewish Journal» berichtet. Vier Jahre später wurde er nach Buchenwald deportiert, wo er bis zu der Befreiung durch die Amerikaner im April 1945 in Gefangenschaft war. 1934 soll Brazda mit seinem Lebensgefährten eine Hochzeitszeremonie in Gegenwart seiner Mutter und seiner Schwestern abgehalten haben. Erst als im Jahr 2008 das Denkmal für die im Nationalsozialismus verfolgten Homosexuellen am Berliner Tiergarten eingeweiht wurde, machte Brazda auf sich aufmerksam. Zuvor wurde angenommen, es gäbe keine homosexuellen Holocaust-Überlebenden mehr. [zu]


