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12. August 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 32 Ausgabe: Nr. 32 » August 12, 2011
SCHWEDENS KÖNIGIN

«Mein Vater war ein Held, kein Nazi»

August 10, 2011
Walther Sommerlath verhalf mindestens einem jüdischen Mann zur Flucht vor den Nazis.
Walther Sommerlath mit Tochter Silvia

Eine von der schwedischen Königin Silvia eingesetzte Untersuchungskommission gelangt in ihrem am Dienstag veröffentlichten 34-seitigen Bericht zum Schluss, der 1990 verstorbene Walther Sommerlath, der Vater der Monarchin, habe zumindest einem Mann zur Flucht vor den Nazis verholfen. 1939 soll Sommerlath seine Kaffeplantage in Brasilien gegen die Berliner Fabrik von Efim Wechseler getauscht haben. Das hat gemäss dem Bericht Wechslers dessen Auswanderung nach Brasilien ermöglicht. Der Bericht hält ferner fest, Sommerlath sei ein inaktives Mitglied der Nazi-Partei gewesen. Elan Steinberg, Vizepräsident des American Gathering of Holocaust Suvivors and their Descendants, kritisierte den Bericht als «eigenen Interessen dienend» und «wenig glaubwürdig». Die Holocaustüberlebenden würden ihn zurückweisen, nicht zuletzt weil der Bericht nicht von einer unabhängigen Kommission erarbeitet worden, sondern von der Königin mit Hilfe ihres Cousins, einem brasilianischen Anwalt, in Auftrag gegeben worden sei. TA

 


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