Republikanischer Hardliner
Der 48-jährige Eric Cantor ist ein rarer Vogel in der amerikanischen Politik, doch dies hat seiner Karriere nicht geschadet. Der Anwalt aus Richmond, Virginia, ist im US-Kongress der einzige Republikaner jüdischer Herkunft. Bei den Demokraten gibt es immerhin 40 Juden. Cantor hat zwar urbane Wurzeln, aber er vertritt einen konservativen, ländlichen Bezirk in Virginia und hat offenkundig ein Problem damit, die Ansichten seiner Wähler zu hinterfragen. Seit dem Aufkommen der Tea Party Anfang 2009 hat sich der zweite Mann in der republikanischen Fraktion im Repräsentantenhaus zu
einem der radikalsten Vertreter der Basisbewegung entwickelt. Dabei nimmt er keine Rücksicht auf seinen Fraktionschef John Boehner, der die konservative Ideologie mitunter Kompromissen zuliebe vergessen kann. So hat Cantor unlängst einen Deal zwischen Boehner und Barack Obama in der Schuldenkrise torpediert, der grosse Zugeständnisse der Demokraten beinhaltet hätte. Wie auch immer die Debatte ausgeht: Cantor hat weitere Punkte bei der rechten Basis gewonnen. [am]


