Proteste weiten sich aus
Die Proteste israelischer Bürger gegen die steigenden Immobilienpreise weiten sich nicht nur über immer mehr Städte des Landes aus, sondern auch die Art, wie Binyamin Netanyahu die Krise behandelt, findet immer weniger Zuspruch. Gemäss einer am Dienstag von der Zeitung «Haaretz» veröffentlichten Umfrage sind nur 32 Prozent des Volkes zufrieden mit dem Krisenmanagement des Regierungschefs, während 54 Prozent sich unzufrieden erklären. 81 Prozent der Befragten sehen in den Protesten den Ausdruck einer echten Not, und 87 Prozent unterstützen die Proteste. Die wachsende Unzufriedenheit der israelischen Strasse mit dem politischen Establishment des Landes gelangt auch dadurch zum Ausdruck, dass die Parteien Kadima und Likud je vier Mandate verlieren würden, sollten jetzt Knessetwahlen stattfinden. Die Arbeitspartei dagegen würde ihre parlamentarische Macht verdoppeln, und die orthodoxe Shas würde drei Sitze hinzugewinnen. - Netanyahu, der wegen der Krise eine eintägige, für Mittwoch geplant gewesene Visite in Polen annulliert hat, will heute ein «dramatisches» Programm zur Linderung der Wohnungsprobleme für Studenten und junge Ehepaare veröffentlichen. - 85 Prozent der Israeli unterstützen zudem die Ärzte in ihrem schon 129 Tage dauernden Streik für bessere Arbeitsbedingungen. JU


