Proteste in Israel reissen nicht ab
Misstrauen und Enttäuschung ausgelöst haben die am Dienstag von Premier Binyamin Netanyahu verkündeten Vorschläge für eine Beilegung der Wohnungskrise in Israel unter den in Zeltstädten im ganzen Land Demonstrierenden. Die Vorschläge hätten keinen Bezug zur Realität und gingen in ihrem Umfang viel zu wenig weit, hiess es. An verschiedenen Orten sprach man auch von «Bestechungsversuchen» der Regierung. Einige der wichtigsten Punkte von Netanyahus Programm sind die Entfernung von bürokratischen Barrieren bei der Vermarktung von Land und der Planung von Wohnungseinheiten; Vergünstigungen von 50 Prozent des Bodenpreises für den Bau von Wohnungen dort, wo Bauunternehmer miteinander konkurrieren, um Käufern den niedrigsten Preis zu offerieren; der Bau von 10 000 neuen Wohneinheiten für Studenten und Verbilligungen von 50 Prozent für Studenten, die Eisenbahn und Bus benutzen. Damit sollen die Benutzer ermutigt werden, in der Peripherie zu wohnen. Im Gegensatz zu den vielen kritischen Stimmen stellte sich Nationalbankgouverneur Stanley Fischer hinter Netanyahus Plan zur Lösung der Wohnungskrise. JU


