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22. Juli 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 29/30/31 Ausgabe: Nr. 29 » July 22, 2011
MUBARAK-PROZESS

Peinliches Asylangebot

August 4, 2011
Der ägyptische ex-Präsident Mubarak lehnte das Asylangebot, das ein israelischer Abgeordneter ihm unterbreitet hatte.

Zur gleichen Zeit, da in Kairo der Prozess gegen den gestürzten ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak begann, enthüllte ein Knessetabgeordneter, dass er vor einigen Monaten dem Mann vorgeschlagen habe, in Israel um politisches Asyl nachzusuchen. Anlässlich seines vermutlich letzten Treffens mit Mubarak in Sharm el-Sheikh sagte Binyamin Ben-Eliezer, ehemaliger Minister und heute Abgeordneter der Israelischen Arbeitspartei, dem damals schon kranken Präsidenten, er solle doch nach Israel kommen, um sich gesund pflegen zu lassen. Der aus Irak stammende und fliessend arabisch sprechende Ben-Eliezer ist ein langjähriger Freund Hosni Mubaraks. In den häufigen Perioden des getrübten Verhältnisses zwischen Kairo und Jerusalem war er oft der einzige israelische Politiker, zu dem Mubarak den Kontakt aufrechterhielt. Trotzdem dürfte die Enthüllung der Offerte ausgerechnet am Tag des Prozessbeginns in der ägyptischen Hauptstadt den Entscheidungsträgern in Jerusalem peinlich gewesen sein, auch wenn die «Jerusalem Post» berichtete, Premierminister Binyamin Netanyahu sei über die Offerte informiert gewesen. - Hosni Mubarak lehnte den Berichten zufolge das Angebot seines israelischen Freundes mit der Begründung ab, er sei ein Patriot. [JU]





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