Nach der EU kritisiert jetzt auch Washington
In ungewöhnlich scharfer Form kritisierte am Dienstag das State Department, das amerikanische Aussenministerium, den Beschluss Israels, den Bau von über 930 Wohneinheiten im Jerusalemer Quartier von Har Homa jenseits der «grünen Linie» abzusegnen. Ein Sprecher des State Departments meinte, die USA seien «tief besorgt» über die israelische Bewilligung von neuen Wohnbauprojekten in Ostjerusalem. Solche «einseitigen Aktionen» würden den Bemühungen zuwiderlaufen, die direkten Verhandlungen zwischen Israel und den Palästinensern wieder aufzunehmen. Sie würden auch der «Logik eines vernünftigen und nötigen Abkommens zwischen den beiden Seiten» widersprechen. Einige Tage vor der Kritik aus Washington hatten bereits die Europäische Union (EU) und Saeb Erekat, der palästinensische Chefunterhändler, das israelische Vorhaben kritisiert. Har Homa liegt praktisch vor den Toren der Stadt Bethlehem in einem Aussenquartier von Jerusalem, dessen Territorium Israel im Sechstagekrieg von 1967 erobert hatte. Bis zum Beginn der effektiven Bauarbeiten dauert es noch rund zwei Jahre. JU


