Bettenknappheit in Gefängnissen
Die Entlassung von rund 200 Sicherheitshäftlingen der fundamentalistisch-islamischen Bewegung Hamas war am Donnerstag nach Angaben der Israelischen Gefängnisverwaltung eine Geste zum Fastenmonat Ramadan, der diese Woche angefangen hat. Hinter vorgehaltener Hand wird aber auch ein eher praktischer Grund angegeben: Weil in den Gefängnissen des jüdischen Staates eine akute Bettenknappheit herrschen soll, haben die Behörden die vorzeitige Freilassung von Gefangenen angeordnet, die ihre Strafe in einigen Monaten sowieso verbüsst hätten. Zu den Entlassenen zählt auch Scheich Hassan Yousef, einer der Mitbegründer der Hamas und bis heute eine prominente Figur der Organisation in der Westbank. Yousef hatte wegen seiner Verwicklung in Terrorakte fünf Jahre im israelischen Gefängnis gesessen. Pikant an der Geschichte ist die Tatsache, dass Mosab Hassan Yousef, ein Sohn des Scheichs, während über zehn Jahren unter dem Codename «grüner Prinz» dem israelischen Shabak-Geheimdienst wertvolle Informationen zugespielt hat, die zur Aufdeckung von Terrorzellen, zur Verhinderung von dutzenden von Selbstmordattentaten und Mordanschlägen gegen israelische Persönlichkeiten geführt haben. Mosab Hassan Yousef lebt heute im Ausland unter einer neuen Identität. JU


