Eine junge Heldin
Sie war 23 Jahre alt, als ihr Leben 1944 von einem deutschen Exekutionskommando beendet wurde. Hannah Senesch, geboren und aufgewachsen in einer jüdischen ungarischen Familie, war eine ausgezeichnete Schülerin, die Schriftstellerin werden wollte. Doch die zunehmende Stigmatisierung der jüdischen Bürger liess sie zur überzeugten Zionistin werden. Als 18-Jährige emigrierte sie alleine nach Palästina, besuchte eine landwirtschaftliche Schule und lebte bis 1943 im Kibbuz Sdot Yam. Doch die Situation in Europa machte aus ihr eine Kämpferin: Als eine von nur zwei von der britischen Armee ausgebildeten Frauen sprang sie im März 1944 mit 31 Kameraden mit dem Fallschirm über Jugoslawien ab. Beim Versuch, die ungarische Grenze zu passieren, um den bedrohten Landsleuten zu helfen, wurde Senesch verhaftet und später gefoltert. Sie schwieg standhaft und wurde nach einem Militärgerichtsverfahren hingerichtet. Posthum wurde Senesch zur Heldin, ihre Gedichte und Tagebücher wurden ediert und in Israel sind Strassen und Plätze nach ihr benannt. Diesen Sonntag wäre Hannah Senesch 90 Jahre alt geworden. [TA]


