Kandidat um einen Platz im Abgeordnetenhaus
In Buenos Aires stehen dieser Tage gleich mehrere jüdische Politiker im Zentrum des politischen Geschehens. Einer von ihnen ist der Rabbiner Sergio Bergman, welcher auf Vorschlag des amtierenden Bürgermeisters Mario Macri dessen Liste der Propuesta Republicana für die Kommunalwahlen am 10. Juli anführt. Da er ein Spitzenkandidat der Partei ist, ist Bergman ein Platz im Abgeordnetenhaus so gut wie sicher. Im Rennen um das Bürgermeisteramt ist Macris mächtigster Konkurrent Daniel Filmus, ebenfalls jüdischer Konfession, der von Argentiniens Präsidentin Cristina Fernández de Kirchner als Kandidat für deren Partei Frente para la victoria ausgewählt wurde. Ein weiterer jüdischer Kandidat im Rennen um das Amt des Bürgermeisters ist Jorge Telerman, der schon 2007 kandidierte und damals hinter Macri und Filmus die drittmeisten Stimmen erzielte. Die vielen jüdischen Kandidaten sind bemerkenswert für ein Land, welches nach dem Zweiten Weltkrieg zahlreichen Nationalsozialisten ein Refugium bot, in welchem unter der Militärjunta von 1976 bis 1983 auch jüdische Dissidenten verfolgt wurden und wo Bombenattentate auf die israelische Botschaft 1992 und auf das jüdische Gemeindezentrum AMIA 1994 Schlagzeilen machten. [TA]


