Die erste grosse Retrospektive
Die wohl bekannteste Arbeit des israelischen Künstlers Micha Ullman findet sich auf dem Berliner Bebelplatz. Mit einer in den Boden eingelassenen Installation erinnert Ullman höchst eindrücklich an die Bücherverbrennung vom 10. Mai 1933. Ebenso in der deutschen Hauptstadt zu finden ist seine gemeinsam mit Zvi Hecker und Eyal Weizman gestaltete Synagogen-Gedenkstätte «Blatt» zur Erinnerung an die liberale Synagoge in Kreuzberg. Die Gestaltung und Sichtbarmachung des Raums, aber auch von Leere und Abwesenheit, kennzeichnen Ullmans Werke, der zum Beispiel 1972 sowohl in einem arabischen Dorf als auch in einem Kibbuz zwei Gruben aushub und sie wieder mit dem Sand des jeweils anderen Orts füllte. Nun widmet das Israel Museum Jerusalem dem 2009 mit dem Israel-Preis ausgezeichneten Künstler unter dem Titel «Sands of Time» die erste grosse Retrospektive, die
50 Jahre von Ullmans Schaffen abdeckt und für die Ullman eigens eine 200 Quadratmeter grosse Installation geschaffen hat. [TA]
Bis 12. November, Israel Museum Jerusalem. www.imjnet.org.il


