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1. Juli 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 26 Ausgabe: Nr. 26 » July 1, 2011

Ein Leben für die Thora

July 1, 2011
Mit Rabbiner Yizchok Dov Kopelman hat die Welt einen weisen und geachteten Thoragelehrten verloren.
RABBINER YIZCHOK DOV KOPELMAN Der geachtete Rabbiner gründete mehrere Jeschiwot


Mit 106 Jahren war Rabbiner Yizchok Dov Kopelman ein selten weiser Zeitzeuge des vergangenen Jahrhunderts. Der weitherum geschätzte und geachtete Thoragelehrte wurde 1905 in der Stadt Charkow in der Ukraine geboren. Kürzlich verstarb er nach mehrwöchigem Spitalaufenthalt in Anwesenheit seiner Familie und des Rabbiners Yisroel Dovid Schlesinger von Monsey, NY, im Heim seiner Tochter in Zürich, wie das orthodoxe Newsportal www.vosizneias.com berichtet.
In der Talmudschule in Obernau, wo Kopelman während 48 Jahren gewirkt hatte, fanden zu seinen Ehren aufwühlende Trauerreden statt. Unglaublich zahlreich erschienen die Trauergäste, um dem Rabbiner die letzte Ehre zu erweisen. Ein überaus grosser Trauerzug geleitete den Rabbiner bis hinunter zur Hauptstrasse von Obernau. Beim Flughafen Zürich sprach der Strassburger Rabbiner Samuel Schlesinger, bevor die Überführung nach Israel vorgenommen wurde, wie «Die Jüdische Zeitung» berichtet. In Jerusalem, in der Jeschiwa Mir, trauerten Tausende um den Verstorbenen, und Rabbiner Yisroel Dovid Schlesinger hielt eine bewegende Rede.
Kopelman hatte mehrere Talmudschulen gegründet, etwa in Belgien in den Städten Kappelen und Wilrijk sowie in Williamsburg, Brooklyn. Seit 1963 wirkte Kopelman in der Schweiz. Fast 50 Jahre unterrichtete er in der Luzerner Talmudschule in Obernau in der Gemeinde Kriens. Unter der Leitung von Rabbiner Kopelman verdiente sich die Krienser Talmudschule beachtliche internationale Anerkennung. Schüler aus Westeuropa, dem Vereinigten Königreich, den USA, Kanada, Israel und Australien begaben sich sehr zahlreich in die Schweiz, um von Rabbiner Kopelman unterrichtet zu werden. Tausende haben von ihm gelernt. Wie verschiedene Medienberichte hervorheben, war Kopelman dafür bekannt, auch in seinem fortgeschrittenen Alter stets Schiurim zu halten und immer zugänglich für seine Schüler zu sein, welchen er nicht nur Lehrer war, sondern auch eine liebende Vaterfigur. In den vergangenen Jahren unternahm Rabbiner Kopelman zudem verschiedene Reisen etwa in die USA, nach Israel oder Australien, wo er stets wärmstens willkommen war und zahlreiche Menschen um sich scharte, die von seiner Weisheit profitieren wollten. Er kümmerte sich kaum um Politik, und all sein Interesse und seine Aufmerksamkeit galten der Thora und dem Judentum.     [TA]





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