Austritt
Nachdem in der vergangenen Woche entschieden worden ist, dass Thilo Sarrazin in der SPD verbleiben darf, wurden kritische Stimmen laut. Sergey Lagodinsky, Gründer des Arbeitskreises jüdischer Sozialdemokraten, ist sogar aus der SPD ausgetreten. In einem Brief an SPD-Generalsekretärin
Andrea Nahles, der der «Süddeutschen Zeitung» vorliegt, schreibt er, «als jüdischer Mensch» habe er die Möglichkeit gesehen, «die lange Tradition der Juden in Deutschland wiederzubeleben, nunmehr gemeinsam mit anderen Minderheiten und Mehrheiten in unserem Lande». Diese Hoffnung sei «mit der plötzlichen Rücknahme des Antrags zum Ausschluss des Immer-noch-Genossen Sarrazin gescheitert». Lagodinsky betont: «Ich kann es in einer Partei mit einem Sarrazin aushalten, aber ich kann es nicht in einer Partei aushalten, die sich aus Angst vor dem Stammtisch einem Sarrazin nicht stellen will. Oder noch schlimmer: die nicht mal weiss, ob sie das will.» Der Umgang mit Sarrazin sei bezeichnend «für die allgemeine Orientierungslosigkeit der Partei im Umgang mit Vielfalt als brennendem Thema unserer Gegenwart». [TA]


