Schnäppchen gibt es keine mehr
Shabi Shay, Generaldirektor der Hotelvereinigung von Eilat, sagt für das diesjährige Pessachfest für die Hotels der Stadt am Roten Meer eine Belegrate von rund 85 Prozent voraus, verglichen mit 90 Prozent im letzten Jahr. Die Unruhen in Ägypten haben dem Tourismus in der Region generell einen Dämpfer versetzt. Die Belegrate ist aber immer noch recht hoch, sodass sich die Hoteliers nicht dazu veranlasst sehen, die Preise zu senken.
Eilat hat, so Shay, 12 000 Hotelzimmer, und die Prognosen sagen für Pessach 60 000 bis 70 000 Gäste voraus. Wer noch ein Zimmer für die Pessachferien buchen will, sollte sich beeilen, sagt Shay. Die Fünf-Sterne-Hotels sind bereits zu 70 bis 90 Prozent ausgebucht. Frühe Reservationen stammen in der Regel von organisierten Gruppen wie etwa Gewerkschaften. Privatpersonen ziehen es nach Ansicht aus Tourismuskreisen oft vor, bei Eilat bis zur letzten Minute zu warten. Das dürfte allerdings eine schlechte Idee sein. Sogar Tourismusgesellschaften, die versucht haben, für Pessach in Hotels ganze Stockwerke zu verbilligten Preisen zu mieten, wurden zurückgewiesen. Nicht, dass es keine Zimmer mehr geben würde, doch weil die Türkei als Reiseoption ausgefallen ist, herrscht bei den Hotelmanagern Optimismus und sie denken, dass sie Buchungen von Gewerkschaften und organisierten Gruppen zu regulären Preisen erhalten. Somit haben sie keinen Grund gesehen, ganze Etagen zu Discountpreisen an Tourismusgesellschaften zu vermieten.
Starker Preisanstieg
Eilat ist aber nicht die einzige Option für eine Familie, welche die Pessachferien in einem eleganten Hotel mit Schwimmbad und Freizeitangebot verbringen will. «Wegen der Türkei stellen wir einen Nachfragezuwachs von fünf bis zehn Prozent für andere Mittelmeerdestinationen fest, wie etwa für Warna und Burgas in Bulgarien, oder die griechischen Inseln Kreta und Rhodos», so Gilad Brovinsky vom Reisebüro Diesenhaus. Er persönlich ist davon etwas überrascht, haben die Preise dieses Jahr doch um rund zehn Prozent angezogen.
Einer der Gründe für den Preisanstieg für Feriendeals ist natürlich der Ölpreis, der das Reisen verteuert hat. Darüber hinaus spielt aber auch das Verschwinden der Türkei von der israelischen Reisekarte eine Rolle. Die Israeli reisten in Massen in dieses Land, in dem in guten Jahren bis zu 400 000 israelische Feriengäste gezählt wurden. Solche Mengen kann keine andere vergleichbare Destination in der Region bewältigen. Die Nachfrage ist hoch, und entsprechend steigen die Preise.
Was die Situation in Ägypten betrifft, so haben die dortigen Unruhen den benachbarten Tourismusindustrien keinen Gefallen erwiesen. Auch die israelische Tourismusbranche hat entgegen den Hoffnungen keine Vorteile aus der Situation gezogen. Israel ist, erklärt Shay, ein teures Pflaster. So kann eine Ferienwoche in Ägypten 700 Euro kosten, während in Eilat ein Preis von 1200 Euro für das gleiche Angebot keine Seltenheit ist. «Ägypten hat», betont Shay, «100 000 Hotelzimmer, verglichen mit den 12 000 von Eilat. Zudem ist die Nachfrage nach Hotelzimmern unter der örtlichen Bevölkerung niedrig. Den ägyptischen Hotels bleibt also nichts anderes übrig, als Tiefstpreise anzubieten.» Es gibt aber auch positive Aspekte: «Reiseagenten sagen, dass sie Eilat ungeachtet seiner im Vergleich zu Ägypten höheren Preise für die nächste Wintersaison ins Angebot nehmen werden, zu Preisen, die für die Europäer akzeptabel sind.»
Der Sederabend fällt dieses Jahr auf einen Montag, weshalb die Tourismusindustrie mit zwei Ferienwellen rechnet. Die erste beginnt am Montag und dauert bis Donnerstag oder Freitag der gleichen Woche, während die zweite Welle am Donnerstag oder Freitag einsetzt und bis zum Ende von Feiertag und Ferien dauert, also bis zum nächsten Sonntag oder Montag.
Günstige Türkei
Mit welchen Ausgaben für Ferien in Eilat muss eine Familie im Vergleich zu anderen Destinationen rechnen? Für drei Nächte in einem Fünf-Sterne-Hotel, einschliesslich Wochenende und Flug von Tel Aviv nach Eilat, beginnen die Preise bei 7000 Schekel für ein Ehepaar mit zwei Kindern. Die Obergrenze liegt bei rund 14 000 Schekel.
Ferienpakete für drei Nächte auf Kreta oder Rhodos kosten für eine vierköpfige Familie zwischen 6000 bis 10 000 Schekel. Das bulgarische Burgas hat nur ein Fünf-Sterne-Hotel, das die Reiseagenten in ihrem Angebot haben. Das Paket für ein Wochenende kommt hier auf 8000 Schekel zu stehen. Am teuersten sind die Deals auf Malta für drei Nächte am Ende des Pessachfestes. Die Preise beginnen bei 10 000 Schekel für Übernachtungen und Frühstück.
Wer nach Eilat fliegt, muss für eine vierköpfige Familie zusätzlich 2000 Schekel hinblättern. Die Flugkosten pro Person und Richtung belaufen sich während Pessach auf 280 bis 310 Schekel für Erwachsene und auf 224 Schekel für Kinder. Wer frühzeitig bei Arkia oder Israir bucht, darf mit wesentlichen Preisnachschlägen rechnen. Wer aber ein Paketangebot bucht, das den Flug einschliesst, ist in der Wahl seines Hotels in Eilat eingeschränkt.
Wie steht es nun mit der Türkei? Unter der jüdischen Bevölkerung Israels hat sich die Nachfrage nach Ferienpaketen für die Türkei verflüchtigt, während Israel-Araber nach wie vor uneingeschränkt von diesen Offerten Gebrauch machen. In der Folge sind die Preise wesentlich niedriger als an anderen Destinationen im Mittelmeerraum und besonders im Vergleich zu Eilat. An einem türkischen Ferienort kann man einen viertägigen Aufenthalt in einem Fünf-Sterne-Hotel ab 5000 Schekel bekommen, inklusive Flug.


