Vier Diamanten geraubt
Die wirtschaftlichen Voraussetzungen waren positiv: Im Februar hat die Schweizer Uhrenindustrie den besten Monat ihrer Geschichte verzeichnet. Seit Anfang dieses Jahren wurden Produkte im Wert von 2,6 Milliarden Franken exportiert – 18 Prozent mehr als im Februar 2010. Unsicherheit im Vorfeld der Messe lösten die Ereignisse in Japan aus, die sich offenbar aber kaum auf den Geschäftsgang der achttägigen Baselworld ausgewirkt haben. Alle zwölf grossen japanischen Marken präsentierten sich an der Messe – Seiko und Citizen waren auch in diesem Jahr mit ihrem Stand in der Halle 1 vertreten. Dennoch war die Tragödie auch in Basel präsent, was bereits an der Eröffnungsfeier in den Reden deutlich wurde.
Lohnende Investition
Die Baselworld konnte ihre Position in den vergangenen Jahren trotz der Krise stärken (vgl. tachles 12/10). In diesem Jahr nahmen 1892 Aussteller aus 45 Ländern an der Messe teil, unter ihnen 466 Aussteller aus der Schweiz. Wie im Jahr zuvor wurden mehr als 100 000 Besucher aus
100 Ländern erwartet. Kurz vor Ende der Messe gab sich Sylvie Ritter, Direktorin der Baselworld sehr zufrieden: «Es kamen mehr Besucher als im vergangenen Jahr», sagte sie am Mittwoch. Auch zahlreiche Aussteller bestätigten diese positive Entwicklung. Pierre Bernheim, Direktor des Genfer Familienunternehmens Raymond Weil, das in diesem Jahr sein 35-Jahr-Jubiläum feiert, gab sich bereits am zweiten Tag der Messe überrascht vom grossen Besucherandrang. «Die Nachfrage nach unserem neuen Zeitmesser Maesto Mondphase ist gross, und auch bei unserer neuen Damenkollektion kommen wir mit der Produktion kaum nach».
Alain Spira, Präsident von A. S. Diamonds aus New York, der mit seinem Stand in Halle 3 angesiedelt war, sagte: «Mein Unternehmen war extrem zufrieden mit den Ergebnissen der diesjährigen Baselworld. Wir haben viel Geld investiert, um an der Messe teilzunehmen, viel mehr als bei anderen Messen. Aber die Investition hat sich gelohnt.» Er habe «gut verkauft und zahlreiche Menschen aus der Branche getroffen.» Spira betont, dass die Messe für sein Unternehmen deutlich besser gelaufen sei, als er erwartet habe. Mit einem Wachstum rechnet auch Thierry Stern, Chef des Familienunternehmens Patek Philippe, das in diesem Frühjahr mit seiner Ladies First Minute Repeater, einer eleganten Damenuhr mit Minutenrepetition, von sich reden macht. Bettina Zehnder, Marketing Movado, betonte gegenüber tachles, dass der Besucherandrang und das Interesse an den neuen Zeitmessern des Unternehmens sehr gross gewesen seien. «Wir waren wirklich positiv überrascht, die Messe lief sehr gut für Movado.»
Diamantenraub
Schlechte Nachrichten überschatteten die Baselworld am Mittwoch: Ein Sprecher des Israeli Diamond Istitute bestätigte gegenüber tachles, dass der israelischen Firma Andre Messika aus Ramat Gan vier Diamanten im Wert von rund zehn Millionen Dollar aus einer Vitrine in Halle 3 gestohlen wurden. Die Täter konnten fliehen und waren bis zu Redaktionsschluss noch auf freiem Fuss.
Warme Begrüssung
Für die Israelitische Gemeinde Basel (IGB) ist die Baselworld jedes Jahr aufs Neue ein Höhepunkt, da zahlreiche Juden aus aller Welt zu Gast in Basel sind und die Gemeinde, den Holbeinhof oder das Restaurant Topas besuchen (vgl. S. 5). Alain Spira betont, wie wohl sich seine Mitarbeitenden in der IGB gefühlt hätten: «Wir waren sehr glücklich über die Wärme, mit der wir in der jüdischen Gemeinschaft aufgenommen wurden.» Er freue sich bereits auf ein Wiedersehen mit allen Anwesenden im kommenden Jahr, wenn die Baselworld 2012 vom 29. März bis 5. April erneut ihre Tore öffnet.


