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11. März 2011, 11. Jahrgang, Ausgabe 10 Ausgabe: Nr. 10 » March 11, 2011

Fünf Jahre Midreschet Wollishofen

Von Ruth Bloch, March 4, 2011
Die Lernweekends des Minjan Wollishofen ­erfreuen sich grosser Beliebtheit. Ein Blick auf das Fünf-Jahre-­Jubiläum und die Entstehungsgeschichte der lehrreichen Wochenenden in Wollishofen.
RABBINER BEREL WEIN Der Thoragelehrte brachte dem Publikum existenzielle Fragen auf verständliche Weise näher

Im Sommer 2005 entschieden sich einige Mitglieder des Minjan Wollishofen, eine schon länger diskutierte Idee umzusetzen, und begannen, Lernweekends mit Rabbinern und Dozenten aus Israel zu organisieren. Dank zwei grosszügigen Initialspenden wurde dies bald ermöglicht und vom 13. bis 15. Januar 2006 fand der erste Anlass mit Rabbiner Benny Lau statt. Seither gab es 36 solcher Lernweekends, die jeweils aus einem Schiur am Donnerstagabend und Vorträgen am Schabbatmorgen und -nachmittag oder -abend bestanden und immer viele Leute auch von ausserhalb der Minjan-Gemeinschaft anzogen und begeisterten.
Schiurim für ein modern-orthodoxes Publikum Robert Rosenblatt, ein Mitglied des neunköpfigen Organisationskomitees, liess in seiner Begrüssung am Festanlass die Geschichte der Midreschet Wollishofen Revue passieren und dankte nicht nur der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich (ICZ) für die jeweils tatkräftige Unterstützung, sondern auch den vielen Helfern, die das alles ermöglichen. Obwohl gerade in der Stadt Zürich eine Vielzahl von Schiurim angeboten wird, sahen die Initianten damals, dass es kaum adäquate Angebote für ein modern-orthodoxes Publikum gab, die nach der Devise von «Thora im derech erez» lernen wollten. Der Mangel wurde nicht nur von Erwachsenen empfunden, sondern auch von Jugendlichen, die ihre Ausbildung abgeschlossen hatten und nun im Berufsleben standen und sich nicht nur systematisch in der Halacha, die auf der Tradition gründet, weiterbilden wollten, sondern auch Fragen der modernen Gesellschaft offen begegnen wollten, wobei die Beziehung zu «am Israel» und «medinat Israel» selbstverständlich dazugehört.



Faszinierende Redner

Die Liste der Dozenten der vergangenen fünf Jahre beinhaltet die bekanntesten und faszinierendsten Redner der heutigen Zeit, wie Rabbiner Shlomo Riskin, Abi Weingort, Uriel Simon, Gabriel H. Cohn, Rabbiner Binyamin Tabori, um nur einige wenige zu nennen, die die vielen Zuhörer an den Weekends mitrissen und anregten.
Für den Festanlass wurde Rabbiner Berel Wein eingeladen. Der Thoragelehrte ist Anwalt, Dozent, Schriftsteller und Experte in Jüdischer Geschichte und vermochte die Zuhörer nicht nur am Donnerstagabend und am Schabbat im Minjan, sondern vor allem die vielen Anwesenden am Mozaei Schabbat im ICZ-Saal mit seinen Ausführungen zu fesseln. Rabbiner Wein spricht nicht nur äusserst humorvoll, sondern es gelingt ihm aufzuzeigen, dass die heutigen Fragen bereits im Talmud behandelt wurden. Warum das jüdische Volk immer noch existiert, der «Dornbusch» nicht verbrennt, warum uns die Völker oft negativ gegenüberstehen und welche «Tiere» man wie in die «jüdische» Arche mitnehmen kann und muss – solche und andere existenzielle Fragen wusste Rabbiner Berel Wein mit überraschenden Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart auf verständliche und faszinierende Weise na-hezubringen. Der würdige Abend wurde musikalisch wunderschön umrahmt von Chasan Michael Azogui und Noemi Rueff am Klavier. Abgerundet wurde der Anlass durch ein hervorragendes Buffet von Fein und Schein. 



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