Erinnerung
Der am 21. Dezember 1926 in Prag geborene Autor Arnost Lustig wurde als Jugendlicher nach Theresienstadt, dann Auschwitz und schliesslich nach Buchenwald deportiert. Er konnte während des Todesmarsches fliehen und überlebte; ausser ihm, seiner Mutter und seiner Schwester wurde die gesamte Familie ausgelöscht. Nach Kriegsende begann er ein Studium, das er jedoch abbrach. Er arbeitete als Journalist, unter anderem 1948 als Auslandkorrespondent im israelisch-arabischen Unabhängigkeitskrieg. Bis 1968 war Lustig als Journalist und Redakteur für Zeitung und Radio tätig sowie als Drehbuchautor für das Tschechoslowakische Fernsehen. 1968 emigrierte er und arbeitete ab 1970 an der American University in Washington. In seinen Werken, von denen einige in Tschechien zur Schullektüre gehören, thematisierte er immer wieder die Schoah und ihre Auswirkungen auf die Opfer. Arnost Lustig, ein Mahner und ein Lebemann, der 1995 bis 1997 auch Chefredaktor des tschechischen «Playboy» war, ist am 26. Februar im Alter von 84 Jahren in Prag gestorben. [TA]


