Demonstration gegen Neonazis
Gleich zweimal wollen Rechtsextremisten an den kommenden Wochenenden in der sächsischen Landeshauptstadt Dresden aufmarschieren, um den Luftangriff auf Dresden am 14. Februar 1945 durch die Alliierten zu beklagen. Sowohl dem Trauermarsch vom Sonntag, 13. Februar, besonders jedoch der Grossveranstaltung vom Samstag, 19. Februar, stellt sich ein breites Bündnis aus Politik und Zivilgesellschaft entgegen. Wie die Rechtsextremisten (Beobachter erwarten über 10000 Neonazis) mobilisiert auch das Bündnis «Dresden nazifrei». Nach Angaben dieses Bündnisses haben sich für den 19. Februar 140 Busse aus Deutschland, Tschechien, Österreich, Schweiz, Dänemark, Schweden und England angemeldet. Ziel ist es, die rechtsextreme Demonstration zu blockieren. Im vergangenen Jahr verhinderten über 10000 Gegendemonstranten die grösste Neonazikundgebung Europas und setzten damit ein klares Signal gegen Rechtsextremismus. Ende Januar 2011 hat aber das Verwaltungsgericht Dresden entschieden, dass das Bundesland Sachsen es 2010 gesetzwidrig unterlassen habe, das Demonstrationsrecht der Teilnehmer des rechtsextremen Trauermarsches durchzusetzen. – Die Luftangriffe auf die Elbmetropole gehören zum Bestandteil des kollektiven Gedächtnisses der bundesdeutschen Gesellschaft. Bis zu 25 000 Menschen, so die Dresdner Historikerkommission, kamen dabei ums Leben. Seit Jahren versuchen Rechtsextremisten die Zerstörung des Stadtzentrums von Dresden mit überhöhten Opferzahlen zu instrumentalisieren. [HS/AM]


