Akte
Der einstige SS-Obersturmbannführer Adolf Eichmann war als Leiter des Referats «Judenangelegenheiten und Räumung» im Reichssicherheitshauptamt wesentlich für die Ermordung von Millionen von Menschen mitverantwortlich. Nach dem Zusammenbruch des Hitler-Regimes konnte er noch fünf Jahre lang unerkannt in Deutschland leben, bevor ihm die Flucht nach Argentinien gelang. Israelische Agenten suchten den Kriegsverbrecher jahrelang, bis sie ihn schliesslich am 11. Mai 1960 bei Buenos Aires aufspürten und nach Israel entführten. Im Dezember 1961 wurde Eichmann zum Tode verurteilt und ein halbes Jahr später hingerichtet. Offenbar hätte Eichmann schon viel früher geschnappt werden können: Die deutsche Zeitung «Bild» zitiert Dokumente des westdeutschen Bundesnachrichtendienstes (BND), welche beweisen, dass der BND Eichmanns Versteck bereits 1952 gekannt, aber nichts unternommen habe. Erst 1958 habe der BND einen US-Agenten über Eichmanns Flucht informiert. «Bild» klagt nun vor dem Bundesverwaltungsgericht auf Herausgabe sämtlicher Unterlagen. [zu]


