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10. Dezember 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 49 Ausgabe: Nr. 49 » December 10, 2010

Strukturelle Neuerungen

December 10, 2010

Das Institut für Jüdische Studien der Universität Basel (IJS) wird ab dem Jahr 2012 formell nicht mehr in seiner bisherigen Form weiter existieren können (vgl. tachles 23/10 und 26/10). So hat die Philosophisch-Historische Fakultät in ihrer Fakultätsversammlung Ende November beschlossen, dass aufgrund der neuen Regelung der Departemente das Departement Religionswissenschaft, dem die Fächer Religionswissenschaft, Islamwissenschaft und Jüdische Studien angehören, aufgelöst wird. Ferner beinhaltet die neue Departementsstruktur grundsätzlich, dass Institute als Organisationseinheiten abgeschafft werden. Da dies vor allem mit der finanziellen Administration zusammenhänge, das IJS aber zumindest vorläufig durch Drittmittel finanziert werde, sei es theoretisch denkbar, so Institutsleiter Alfred Bodenheimer gegenüber tachles, dass das IJS den Namen eines Instituts behält. Grundsätzlich sieht er die künftigen Veränderungen mehr strukturell denn inhaltlich: «Die Jüdischen Studien werden als wissenschaftlicher Bereich und – im wörtlichen Sinne – als eigenständiges Haus wie vorher existieren.» Auch Claudia Opitz-Belakhal, Dekanin der Philosophisch-Historischen Fakultät, bestätigt gegenüber tachles, dass die Neuerungen «rein administrativ» seien: «Alle Fächer und Professuren bleiben erhalten, also auch die Jüdischen Studien. Es steht also auch keine Schliessung des Instituts zur Debatte.» In welchem Departement die Jüdischen Studien künftig angesiedelt werden, ist noch offen: Aufgrund der Ausrichtung Bodenheimers, der habilitierter Germanist ist, wäre eine Angliederung an das Departement Sprach- und Literaturwissenschaften zumindest denkbar. Das Interesse an dem Fach Jüdische Studien ist nach wie vor gross: Im aktuellen Studienjahr hat das IJS mit sechs Neueinschreibungen erstmals über 20 Studierende. Für Bodenheimer geht es nun vor allem darum, die derzeitige Dynamik der Lehre, die Einwerbung von Drittmitteln und die Verankerung in der Universität und in der Gesellschaft aufrecht zu erhalten, denn: «In all diesen Bereichen hat das Fach in den vergangenen Monaten zugelegt», so Bodenheimer.     [vw]






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