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19. November 2010, 10. Jahrgang, Ausgabe 46 Ausgabe: Nr. 46 » November 19, 2010

Reform

November 19, 2010
Eugenie Schwarzwald

Sie war als Pädagogin ihrer Zeit weit voraus: Eugenie Schwarzwald, eine der ersten österreichischen Frauen mit einem Doktortitel, den sie jedoch in Zürich erwerben musste, da keine andere Hochschule Ende des 19. Jahrhunderts Frauen akzeptierte. Ihr Titel wurde in ihrer Heimat nie anerkannt und selbst die von ihr 1901 übernommene Mädchenschule in Wien durfte sie nicht selbst führen, sondern musste einen Mann in dieses Amt einsetzen. Schwarzwalds Schule war die erste, in der koedukativ unterrichtet wurde, Gewalt war tabu, die freie Entfaltung der Kinder stand im Zentrum der Vision von Bildung, die nach dem Ersten Weltkrieg in die Wiener Schulreform Eingang fand. In Schwarzwalds Salon waren Künstler, Journalistinnen und Revolutionäre anzutreffen. «Frau Doktor», wie sie in Wien scherzhaft genannt wurde, konnte nach der Annexion Österreichs mit ihrem Ehemann nach Zürich fliehen, wo sie 1940 mit 68 Jahren starb. Das Jüdische Museum Wien widmet ihr vom 24. November an die Ausstellung «Eugenie Schwarzwald – Wohltun und Sichwohltun».     [em]


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